|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Kap-Kairo-Plan ist ein unvollendetes Projekt, um Afrika von Süden nach Norden mit einer Eisenbahnverbindung zu durchziehen. Dieser Plan wurde am Ende des 19. Jahrhunderts im Zeitalters des Imperialismus ins Leben gerufen. Hauptsächlich geht der Plan auf Cecil Rhodes, der die benachtbarten Besitzungen des Britischen Empires durch eine durchgehende Linie von Kapstadt in Südafrika nach Kairo in Ägypten verbinden wollte. Viele Abschnitte der Bahn konnten in Betrieb genommen werden. Jedoch fehlt ein großer Teil zwischen Sudan und Uganda. Im Rahmen diese Projektes folgte auch die Einkreisung der Burenrepubliken durch die Kolonien Botswana und Rhodesien und der Burenkrieg.
Bearbeiten Gründe für den BauDer britische Kolonialismus in Afrika ist stark mit dem Kap-Kairo-Plan verbunden. Cecil Rhodes war entschieden für den Plan, die südlichen Staaten des Kontinents für das Britische Empire zu sichern und zudem träumte er von einer durchgängigen roten Verbindung von britischen Dominions. Eine Eisenbahnlinie war hierbei eine riskante Idee, um den Besitz zu vereinen, die Verwaltung zu erleichtern, das Militär zu befähigen schnell an Krisenorten einzutreffen oder Kriege zu führen, die Besiedlung zu unterstützen und den Handel zu fördern. Schließlich war es eine enorme technische Herausforderung den gesamtem afrikanischen Kontinent von Norden nach Süden zu verbinden. Dagegen hatte Frankreich in den späten 1890er Jahren eine konkurrierende Strategie seinen afrikanischen Besitz vom Senegal nach Dschibuti zu vernetzen. Doch Äthiopien und der südliche Teil des Sudans waren nicht in seinem Besitz. Deshalb entsandte Frankreich 1897 eine Expedition mit dem Ziel ein Protektorat im südlichen Sudan zu errichten und eine Route durch Äthiopien zu finden. Dieses Vorhaben scheiterte aber als eine britische Flottille die französische Expedition an dem Kreuzungspunkt beider Routen auf dem Nil begegnete. Im weiteren Verlauf kam es zur Faschoda-Krise und zu einer diplomatischen Niederlage Frankreichs. Bearbeiten Gründe für die NichtvollendungDie britischen Ambitionen mussten nicht nur die Hürden des Kontinents und dessen Klima überwinden, sondern auch die störenden Interessen anderer Mächte. Neben Frankreich versuchte auch Portugal erfolglos seine Kolonien Angola und Mosambik zu verbinden. Entgegen britischen Interessen wurde Südafrika nach dem ersten und zweiten Burenkrieg besiedelt. Ferner hatte sich Deutschland ein großes Stück Land in Ostafrika, das eine Nord-Süd Verbindung somit verhinderte, gesichert. Doch konnte diese Lücke zumindest politisch mit der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg geschlossen werden. Der Großteil des ehemaligen deutschen Territoriums fiel an Großbritannien. Zwischen den Weltkriegen verhinderten ökonomische Fragen die Vollendung, obwohl das Britische Empire die politische Macht dazu besessen hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die Selbständigkeitsbestrebungen der afrikanischen Völker und die Dekolonisation eine Vollendung nahezu unmöglich. Bearbeiten Heutige VerbindungenBearbeiten Der nördliche AbschnittSeit 1856 besitzt Ägypten ein Eisenbahnsystem, das Alexandria mit Kairo verbindet und das heutzutage sogar bis Assuan im Süden geht. Nachdem eine Eisenbahnfähre den Nil überquert, setzt sich die Strecke im Sudan von Wadi Halfa nach Khartum fort. Dieser Teil der Strecke wurde 1897 von Horatio Herbert Kitchener nach der Niederschlagung eines Aufstandes in Betrieb genommen. Der südlichste Punkt ist Waw. Ein umfangreicher Teil der sudanesischen Strecke verfällt derzeit aufgrund von politischen Unruhen. Bearbeiten Die Strecke in UgandaDie ostafrikanischen Eisenbahnstrecken verlaufen historisch von den Häfen am Indischen Ozean und verlaufen anschließend westwärts. Diese Abschnitte wurden unter deutscher und britischer Herrschaft parallel ausgebaut. Die nördlichste Eisenbahn war die Uganda-Bahn, welche mit der von den Kolonialmächten begonnenen Strecke verbunden wurde, sodass heutzutage eine durchgängige Eisenbahnverbindung zwischen der ugandischen Hauptstadt Kampala und der kenianischen Stadt Mombasa sowie des tansanischen Dar es Salam existiert. Bis zum Zerbrechen der Ostafrikanischen Gemeinschaft 1977 operierten diese Länder in der Ostafrikanischen Eisenbahn. Heutzutage werden die Strecken von diversen nationalen Firmen betrieben. Bearbeiten Die TAZARA-VerbindungDurch Arbeiter der Volksrepublik China konnte 1976 nach sechsjähriger Arbeit eine 1.860 km lange Strecke von Dar es Salaam nach Kapiri Mposhi in Sambia fertig gestellt werden. Die TAZARA-Strecke wurde gebaut um Sambia, welches ohne Meerzugang ist, mit seinen mineralischen Wohlstand mit den Häfen am Indischen Ozean ohne Verbindungen durch Südafrika oder zu dieser Zeit portugiesisch kontrollierter Gebiete zu vernetzen. Doch wurde dieser Abschnitt im Kap-Kairo-Plan nicht beabsichtigt. Bearbeiten Der südliche AbschnittDer südliche Abschnitt wurde noch zur Zeit der britischen Herrschaft vollendet. Die Arbeiten hieran begannen in Kapstadt und verliefen nach Kimberley und anschließend durch ein Stück von Botsuana nach Bulawayo. Von dieser Stelle verlief sie weiter nordwärts zum Sambesi. Dieser Teil wird heute von der National Railways of Zimbabwe betrieben. Die Victoria Falls Bridge wurde 1905 fertig gestellt und wird darauf von einer sambianischen Eisenbahngesellschaft betrieben. Endlich führt diese Strecke weiter nach Kapiri Mposhi, wo sie in die TAZARA übergeht. Bearbeiten ZukunftDas Konzept des Kap-Kairo-Plans ist nicht tot. Während die aktuellen Turbulenzen in Sudan eine Bremse für die Fertigstellung sind, gibt es greifbare Konzepte die Strecke zwischen Sudan und Ostafrika aus wirtschaftlichen Gründen zu vollenden. In diesem Kontext wurde behauptet, dass solch eine Verbindung den Handel zwischen den Mittelmeerländern sowie Europa und einigen afrikanischen Ländern fördern würde. Bearbeiten Siehe auchBearbeiten Literatur
Bearbeiten Weblinks |
| All Right Reserved © 2007, Designed by Stylish Blog. |