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Der Heeresflugplatz Celle (HFlPl Celle – IATA: ZCN, ICAO: ETHC) ist ein Militärflugplatz des deutschen Heeres. Die südwestlich von Celle gelegene Einrichtung ist im Jahr 1934 eröffnet worden und befindet sich seither durchgängig in militärischer Nutzung. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lautete die Bezeichnung „Fliegerhorst Celle-Wietzenbruch“;[1] während der alliierten Besatzung von 1945 bis 1957 war sein Name „RAF Station Celle“.[2] Später erhielt der Heeresflugplatz zusätzlich den Namen „Immelmann-Kaserne“.[3] Während der Berliner Luftbrücke 1948/49 war er ein bedeutender Einsatzstützpunkt, von dem aus Kohle und Lebensmittel in den Westteil der abgeriegelten Großstadt geflogen wurden.[4][5] Heute wird die Anlage von der Bundeswehr überwiegend für die Ausbildung von Hubschrauberpiloten genutzt.[3]
Bearbeiten Lage und AnfahrtBearbeiten Geographische LageDer Heeresflugplatz Celle liegt 4,5 Kilometer südwestlich der Stadtmitte Celles und etwa 30 Kilometer nordöstlich der Stadtmitte Hannovers. Im Westen schließt sich das Wietzenbruch an, ein moorähnliches Gebiet, das nach dem Fluss Wietze und dem umgebenden Bruchwald benannt ist. Das Gelände gab auch dem nördlich des Flugplatzes liegenden Stadtteil Wietzenbruch seinen Namen. Im Osten und Süden führt die Bahnstrecke Hannover–Hamburg vorbei. Der Mittelpunkt der Start- und Landebahn, der Bezugspunkt des Flugplatzes, liegt 39,4 Meter über Normalnull.[6] Bearbeiten VerkehrsanbindungDer Fliegerhorst wird über eine Stichverbindung der Landesstraße 310 angefahren, die als Zubringer zu den Bundesautobahnen 7 und 352 dient. Neben den Autobahnen wird Celle und damit auch der Flugplatz überregional durch die Bundesstraßen 3, 191 und 214 erschlossen. Seit Dezember 2005 verfügt die Immelmann-Kaserne über eine nach ihr benannte Haltestelle der städtischen Buslinie 4.[7] Bearbeiten GeschichteFür Details über die ehemals stationierten Einheiten und Luftfahrzeuge siehe Hauptartikel Liste ehemaliger Einheiten und Luftfahrzeuge des Heeresflugplatzes Celle Bearbeiten Vorgeschichte der Luftfahrt um Celle1910 unternahm ein Privatmann namens Schlüter erste Flugversuche auf der Scheuener Heide im Randgebiet eines Stadtteils von Celle auf der nördlichen Allerseite. Zu diesen waren die Celler Bürger mittels Zeitungsannoncen als Zuschauer eingeladen.[2] Bedeutung erlangte die Fliegerei um Celle jedoch erst, als sich die Kaiserliche Marine auf der Suche nach einem Zwischenlandeplatz für die Verbindung Wilhelmshaven–Kiel für das Gelände bei Scheuen entschied. Der Flugplatz konnte am 3. Oktober 1918 fertiggestellt werden und fortan fand bis zum Kriegsende regelmäßiger Flugbetrieb statt. Durch die Piloten verbreitete sich die Nachricht vom Kieler Matrosenaufstand sehr schnell auch in Celle und am 7. November 1918 kam es – von Scheuen ausgehend – auch in Celle zum Aufstand.[2] Nach dem Kriegsende wurde der Flugplatz im Juni 1919 aufgegeben und weitere, nachweisbare Flüge fanden erst wieder ab Mitte der 1920er-Jahre statt. Jedoch erlangte das Gelände keine große Bedeutung mehr. Ab Mitte der 1930er erfuhr es als Außenlandeplatz des Fliegerhorstes Celle-Wietzenbruch erneut eine fliegerische Nutzung.[1] Das ehemalige Flugfeld umfasst heute teilweise das zivile Segelfluggelände Scheuen.[2][8] Bearbeiten Wehrmacht 1933 bis 1945Da dem Deutschen Reich nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag eine eigene Luftwaffe verboten war,[9] bedienten sich die regierenden Nationalsozialisten der Tarnung des Deutschen Luftsportverbandes (DLV), um die Aufrüstung einer Luftstreitmacht voran zu treiben.[10] So wurde – wie an vielen Orten Deutschlands – auch im Bereich um Celle nach einer geeigneten Stelle für einen Fliegerhorst gesucht. Man entschied sich für das Gelände bei Wietzenbruch.[11] Dort sollte nach offizieller Angabe Sitz einer „Deutschen Verkehrs-Fliegerschule GmbH“ (DVS) entstehen.[11][12] Die exakte Begründung für diese Standortwahl ist nicht überliefert. Die architektonische Leitung lag bei Ernst Sagebiel,[1] der zur damaligen Zeit deutschlandweit tonangebend für den Bau von Fliegerhorsten war.[13] Mit der Vertiefung des Fuhsekanals im Osten und der Schaffung des Adamsgrabens im Westen begannen die umfassenden Arbeiten zur Einebnung und Trockenlegung des morastigen Geländes. Zeitgleich entstanden die ersten Gebäude, so dass schon 1934 die geplante Fliegerschule einziehen konnte.[1] Der nachgiebige, moorige Untergrund musste wenig später zwei Spaten tief mit Bitumen vermengt werden, um ein Einsinken der Luftfahrzeuge zu verhindern. Bedingt durch das Bitumen-Gras-Gemisch konnte das Oberflächenwasser nur schlecht abfließen, so dass regelmäßig große Wasserflächen auf dem Flugfeld entstanden.[11] Aufgrund des federnden Untergrundes erhielt das Flugfeld von den Piloten den Namen „Gummiwiese“.[1][14] Am 9. März 1935 wurde mit einer Rede Hermann Görings[15] die Tarnung durch den DLV deutschlandweit aufgegeben und die Luftwaffe trat auf dem Fliegerhorst offiziell als Hausherr auf, die Beschäftigten gaben sich fortan offen als Soldaten zu erkennen und trugen die Uniformen der Wehrmacht.[1] Im weiteren Verlauf stationierte die Reichsluftwaffe immer größere Flugzeuge auf dem Fliegerhorst; der Ausbildungsbetrieb umfasste schließlich nahezu alle gängigen deutschen, militärischen Luftfahrzeugtypen der damaligen Zeit.[1] Der Schulbetrieb erforderte aufgrund seines Umfanges Außenlandeplätze bei den nahe gelegenen Orten Hustedt und Scheuen. 1937 musste aus Kapazitätsgründen die Blindflugausbildung (Vorläufer des Instrumentenfluges) auf den etwa 35 Kilometer weiter ostwärts gelegenen Fliegerhorst Wesendorf ausgelagert werden.[11] Nach dem Kriegsbeginn erfolgte die Verlegung der Flugschule nach Leipzig-Mockau und den Fliegerhorst Celle–Wietzenbruch nutzten kurzzeitig immer wechselnde Verbände.[11] Im Jahr 1944 erfolgte zwar in einer Flugzeughalle zeitweise die Endfertigung der Junkers Ju-88[11], doch blieb Celle–Wietzenbruch für die Kriegshandlungen insgesamt von nur untergeordneter Bedeutung. Daher und aufgrund des geschickten Tarnanstrichs der Flugzeughallen[11] war der Platz nur selten Ziel alliierter Luftangriffe.[1] Zeitzeugen berichteten, dass im Jahr 1944 ein US-amerikanischer Jagdpilot so lange die Flugzeughalle V angriff, bis sich die platzeigene Flugabwehr auf den Flieger eingestellt hatte und den Piloten „zum Aussteigen zwang“.[1][11] Das Gelände wurde am 11. April 1945 von einem zurückbeorderten Oberfeldwebel kampflos und nahezu unbeschädigt an die britischen Streitkräfte übergeben.[11] Zuvor hatten die Angehörigen der letzten auf dem Fliegerhorst stationierten Einheit der Wehrmacht, der Flugzeugführerschule A/B 6, die verbliebenen Luftfahrzeuge gesprengt und anschließend die Kaserne verlassen. Somit erzielte ein letzter alliierter Tieffliegerangriff gegen den Fliegerhorst am 9. April 1945 kein Wirkung.[3][11] Bearbeiten Alliierte Streitkräfte 1945 bis 1957Die Royal Air Force Germany zog auf dem Platz ein und bezeichnete ihn fortan als RAF Station Celle mit der Nummer B.118.[2] Bereits kurz nach der Einnahme verlegte die britische Luftwaffe metallene Lochplatten auf dem Flugfeld um dieses tragfähig für größere Flugzeuge zu machen.[4] Nach anfänglichen Verbindungsflügen nach Großbritannien und Überwachungsflügen entlang der Luftkorridore nach Berlin sank die Zahl der Flugbewegungen schnell wieder und der Platz blieb von nachrangiger Bedeutung. 1947 fand gar kein Flugbetrieb mehr statt und die Luftfahrzeughallen dienten als Abstellflächen für Möbel und Panzer.[1][11] Bearbeiten Berliner LuftbrückeMit dem Beginn der Berliner Luftbrücke im Juni 1948 änderte sich dies schlagartig. Die Alliierten benötigten dringend weitere Flugplätze und Celle bot eine strategisch günstige Lage: kürzeste Distanz nach Berlin und direkt am mittleren Luftkorridor gelegen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Standorten der Luftbrücke wurde RAF Station Celle jedoch nicht vollständig in US-amerikanische Verwaltung übergeben. Die britische Luftwaffe blieb mit einem kleinen Kontingent Soldaten vor Ort und behielt das Oberkommando.[4] Neben Faßberg und Wunstorf war der Fliegerhorst Celle der dritte Einsatzflughafen der Region. Für die Durchführung der Versorgungsflüge des 317th Troop Carrier Wing der US Air Force mit Douglas C-54 Skymaster, bei denen zunächst überwiegend Kohle nach Berlin geflogen wurde, musste der Flugplatz stark ausgebaut werden.[4] Er erhielt unter anderem einen Gleisanschluss mit ungewöhnlich langer Verladerampe (etwa 300 Meter) und direkter Anbindung zum Flugfeld, sowie nun erstmalig eine befestigte Start- und Landebahn aus Teer und Makadam sowie weitläufige Abstellflächen nördlich und südlich der Piste.[2][4][16] Waren es zu Beginn der Luftbrücke noch etwa 600 Tonnen Fracht insgesamt, wurden im Frühjahr 1949 täglich 1000 Tonnen Kohle sowie 1000 Tonnen Lebensmittel transportiert. Somit entwickelte sich RAF Celle nach RAF Faßberg zum Platz mit dem zweithöchsten Warenumschlag überhaupt.[5] Zu dieser Zeit wurde die Hälfte aller Güter zu Versorgung Berlins von diesen beiden Plätzen aus zu der eingeschlossenen Bevölkerung geflogen.[5] 5000 deutsche Arbeitskräfte unterstützten die Arbeiten auf dem Fliegerhorst. Für sie und die Soldaten wurden nördlich der Kaserne großflächig Nissenhütten zur Unterbringung errichtet.[4][5] Die Celler Bevölkerung erregte sich derweil über die „Veronikas“ genannten Frauen die, von den gut bezahlten Soldaten angelockt, mehr oder minder offen Liebschaften mit US-Amerikanern suchten. Ein öffentlicher Aufruf der Stadt Celle prangerte „Frauen und Mädchen [an, die] durch ihr Verhalten … Aergernis und Entrüstung“ in der bürgerlichen Bevölkerung hervorriefen.[17] Das öffentliche Entsetzen und die wiederkehrenden Aufrufe zur Sittlichkeit durch städtische Mandatsträger in der lokalen Presse[18] wurden schließlich bundesweit bekannt. So befassten sich die Stuttgarter Nachrichten am 14. Februar 1949 in einem halbseitigen Artikel mit „Celle – eine entrüstete Stadt“. Von der Zeit der Luftbrücke zeugt heute noch das Luftbrückendenkmal, das – in etwas kleinerer Form als in Berlin und Frankfurt am Main – an der Zufahrtstraße zum Fliegerhorst steht und auch das Stadtteilwappen Wietzenbruchs ziert.[19][20] Nach dem Ende der Luftbrücke wurde das Gelände wieder ausschließlich von den britischen Luftstreitkräften genutzt, die mit De Havilland Mosquito und De Havilland Vampire erstmals Strahlflugzeuge auf dem Platz stationierten.[1][2] Die infrastrukturelle Fähigkeit zum schnellen Aufbau einer erneuten Luftbrücke nach Berlin wurde bis zur deutschen Wiedervereinigung aufrecht erhalten und konsequent weiter ausgebaut. Unter anderem wurde die Start- und Landebahn in den 1960er-Jahre erst verlängert und dann komplett erneuert. Für die Piste 26 wurde ein Instrumentenlandesystem installiert[21] und es erfolgte der Bau einer umfassenden Beleuchtung für die Verladerampe noch Ende der 1980er-Jahre, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Da eine neuerliche Luftbrücke nach Berlin eine innere Angelegenheit des Staates gewesen wäre, die Bundeswehr aber nur im erklärten Verteidigungsfall im Inland tätig werden darf, trug das Bundesministerium des Innern die Kosten für den Unterhalt und die Erweiterung der Anlagen.[1] Bearbeiten Bundeswehr 1957 bis heuteEin Jahr nach der Aufstellung der Bundeswehr übergaben die Briten am 29. November 1957 den Flugplatz an die deutschen Heeresflieger.[22] Damit wurde Celle nach Niedermendig und neben Fritzlar einer der ersten Standorte der damals jüngsten Truppengattung des deutschen Heeres, die im Laufe der Jahre verschiedene fliegende Einheiten und Verbände in Celle stationierte.[1][11] Als Besonderheit waren von 1959 bis 1967 mit zwei Lufttransportgeschwadern auch Luftwaffeneinheiten in Celle stationiert.[23] Somit ergab sich, bis in die 1990er-Jahre einmalig in der Bundeswehr, ein dauerhaft gemischt genutzter Fliegerhorst von Heer und Luftwaffe. Das Lufttransportgeschwader 62 verlegte jedoch bereits 1960 nach Köln. Das in Celle 1961 aufgestellte Lufttransportgeschwader 63 wurde im Jahr 1967 nach Hohn bei Rendsburg verlegt, wo es auch heute noch stationiert ist.[1][2] Im Herbst 1961 wurde auf dem Fliegerhorst Celle eine kleinere Einheit der Nationalgarde der Vereinigten Staaten stationiert, die hier aufgrund der Spannungen nach dem Berliner Mauerbau zum Einsatz bei einer eventuellen Neuauflage der Berliner Luftbrücke in Reserve gehalten wurde. Nach der Verlegung der Transportgeschwader stationierte die Luftwaffe keine fliegenden Verbände mehr in Celle. Dennoch stellte weiterhin eine gemischte Einheit aus Heer und Luftwaffe die Flugsicherungsdienste.[1] In Celle bestand neben der stationären auch eine mobile Flugsicherungseinheit, die unter anderem mit einem mobilen Tower ausgerüstet war und damit beispielsweise sogenannte Autobahn-Notlandeplätze betreiben konnte.[1][24] Weiterhin leistete von 1959 bis 1966 eine mit mobilem Radar ausgestattete US-amerikanische Luftwaffeneinheit auf dem Fliegerhorst Dienst. Diese Einheit führte u.a. Marschflugkörper vom Typ TM-61C (MGM-1 Matador) indem sie sich nach deren Start mit der Steuereinheit verband und so die Rakete ins Ziel lenken konnte.[25] Da sie für die lückenlose Abdeckung des Luftraumes insbesondere in Richtung Osten jedoch nicht unbedingt notwendig war ist die Einheit aus Kostengründen wieder aufgelöst worden.[26] Von 1963 bis 1981 befand sich auf dem Heeresflugplatz Celle eine Versuchsstaffel, die Erprobungen mit Drohnen und neu einzuführenden Hubschraubertypen wie beispielsweise der Bölkow Bo-105 in der Version als Panzerabwehrhubschrauber durchführte.[1] Die Einheit mit der längsten Stationierungszeit in Celle war die Heeresfliegerstaffel 7, zuverlegt im Jahr 1961 vom Heeresflugplatz Rheine. Sie ist 1968 zum Bataillon aufgewertet und nach drei Jahren wieder zu einer Staffel zurückgestuft worden. 1979 erfolgte die Umbenennung in Heeresfliegerstaffel 1. Die mit dem Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber Alouette II ausgerüstete Einheit wurde 1994 aufgelöst.[1] Am 28. Juli 1967 erhielt die Einrichtung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie den zusätzlichen Namen Immelmann-Kaserne in Erinnerung an den deutschen Piloten Max Immelmann.[3] Das Fliegerass war während des Ersten Weltkrieges am 18. Juni 1916 gefallen. Anfang der 1970er wuchsen die Verbände der Heeresflieger personell massiv auf und 1971 ist mit dem Heeresfliegerregiment 10, ausgerüstet mit Bell UH-1D, erstmalig ein Verband der Regimentsgröße in Celle geschaffen worden.[1] Im Jahr 1979 wurde ein zweites Regiment, das mit Panzerabwehrhubschraubern ausgestattete Heeresfliegerregiment 16 aufgestellt.[1] Da der Fliegerhorst nicht Platz für zwei Regimenter bietet war von Anfang an geplant, eines der beiden auf den Heeresflugplatz Faßberg zu verlegen. Die endgültige Entscheidung führte im Jahr 1981 zur Verlegung des Heeresfliegerregiments 10 nach Faßberg. Das Regimentswappen zeigt noch heute das stilisierte Celler Schloss.[1] Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde im Jahr 1991 die Fähigkeit zum Instrumentenflug in Celle ebenso wie die Notlandeplätze auf Bundesautobahnen aufgegeben und somit auch die Flugsicherung entsprechend reduziert. Das Instrumentenlandesystem, die Anflugkontrollstelle (Radar) sowie die bis dahin vorhandenen Ausstattungsmerkmale zum schnellen Aufbau einer erneuten Luftbrücke nach Berlin wurden außer Betrieb genommen.[21] Mehrere kleinere Einheiten und Dienststellen wurden in den folgenden Jahren aufgelöst oder verlegt, auch die Luftwaffe zog sich ganz vom Fliegerhorst zurück. Einziger am Standort Celle verbliebener fliegender Verband war das Heeresfliegerregiment 16, ausgerüstet mit Panzerabwehrhubschraubern vom Typ Bölkow Bo-105 (PAH 1A1).[1][2] 2002/2003 ist im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr und der Vorbereitung auf die Einführung der neuen Hubschraubertypen NH-90 und Tiger das Heeresfliegerregiment 16 aufgelöst worden.[1] Teile der Heeresfliegerwaffenschule zogen auf dem Flugplatz ein. Zur gleichen Zeit wurde mit der Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffel 100 sowie der Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 100 wieder kleinere, selbstständige Hubschraubereinheiten aufgestellt.[3] Mit der Aufnahme des Schulungsflugbetriebes wurde der Fliegerhorst Celle seit 2003 wieder instrumentenanflugfähig und das 1981 von Celle weg verlegte Hubschraubermuster Bell UH-1D hielt – zusätzlich zur weiterhin eingesetzten Bölkow Bo-105 – erneut Einzug auf dem Flugplatz.[6]
Flugplatz-Löschfahrzeuge der Bundeswehr sammeln sich mit Löschzügen der freiwilligen Feuerwehr sowie Wasserwerfern des BGS in Eschede während des Brandes in der Lüneburger Heide
Bearbeiten KatastrophenhilfeNur bei erklärtem Verteidigungs- oder Katastrophenfall oder zur Amtshilfe dürfen Soldaten der Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werden.[27] Auf dem Heeresflugplatz Celle stationierte Soldaten waren bisher sieben Mal im Rahmen der Katastrophenhilfe innerhalb Deutschlands tätig. Während der Sturmflut im Februar 1962 starteten auch von Celle aus Evakuierungs- und Versorgungsflüge, überwiegend in das Hamburger Umland. Hierbei kamen vorrangig die Nord Noratlas des Lufttransportgeschwaders 63 sowie Alouette II der Heeresfliegerstaffel 7 zum Einsatz.[28][29][30] Beim Brand in der Lüneburger Heide im August 1975 setzte das Heeresfliegertransportregiment 10 den Hubschraubertyp Bell UH-1D mit „Smokeys“, unter die Hubschrauber gehängte Löschwasserbehälter, massiv zur Brandbekämpfung ein. Auch das bodengebundene Personal unterstützte die Brandabwehr mit den zur Verfügung stehenden Mitteln.[29][31] Im Laufe der Schneekatastrophe in Norddeutschland 1978 zeichnete sich insbesondere die Flugsicherungskompanie Nord mit Radarunterstützung der Rettungsdienste während der katastrophalen Wetterlage aus.[32] Vornehmlich zur Sicherung der Deiche und für Verbindungs- und Überwachungsflüge während des Oderhochwasser 1997 wurden einzelne Soldaten und Hubschrauber des Heeresfliegerregimentes 16 in die Katastrophengebiete entsandt. Der reguläre Dienstbetrieb am Standort ist parallel fortgesetzt worden. Beim ICE-Unglück von Eschede vom 3. Juni 1998 war der Heeresflugplatz Celle die zuständige Stelle für die Koordination des massiven Rettungs- und Bergungseinsatzes der Bundeswehr zu Lande und in der Luft. Zwei der verunglückten Waggons sowie die zugehörigen Teile der Bahntrasse und alle relevanten Drehgestelle wurden bis zum Abschluss der Untersuchungen über den Unfallhergang auf dem Fliegerhorst in der damals leeren Flugzeughalle V gelagert.[33] Das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ist für den Katastrophenfall in Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Bei örtlich begrenzten Fällen ist der zuständige Standortälteste Ansprechpartner ziviler Behörden und Organisationen. Bei Bedarf kann jedoch Unterstützung aus anderen Bereichen angefordert werden. So waren für die Transporte Schwerstverletzter überwiegend Bell UH-1D des Heeresflugplatzes Faßberg im Einsatz, obwohl dessen Zuständigkeitsbereich erst etwas nördlich der Unfallstelle beginnt. Zur Unterstützung der Hilfeleistung der Bundeswehr während der Elbehochwasser 2002 und 2006 waren erneut Soldaten und Material aus Celle zur Unterstützung abgestellt. Wie bei der Oderflut zuvor wurde der Dienstbetrieb am Standort jedoch weiter fortgesetzt. Bearbeiten FlugplatzmerkmaleDer Heeresflugplatz Celle ist ein kontrollierter Militärflugplatz, an dem Sicht- und Instrumentenflug zugelassen sind.[6] Die überwiegende Zahl der auch heute noch genutzten Gebäude wurde vor 1940 errichtet. Nur wenige wesentliche Neubauten erfolgten nach der Übernahme des Fliegerhorstes durch deutsche Heeresflieger, beispielsweise das Anflugkontrollgebäude (Tower mit Approach) sowie zusätzliche Unterkünfte im nördlichen Kasernenbereich. Markanteste Änderungen der Infrastruktur waren die Erweiterung des Flugplatzgeländes nach Westen in Verbindung mit einer Verlängerung der Start- und Landebahn zur Berliner Luftbrücke 1948 und nochmals Ende der 1960ern, sowie 1994 die Verlegung des Fuhsekanales nach Osten aus der Kaserne heraus. Dieser führte ursprünglich direkt am Flugfeld entlang durch die Kaserne. Mehrere Gebäude des Flugplatzes mussten im Laufe der Jahre wegen Baufälligkeit oder aus Gründen des Umweltschutzes abgerissen werden, unter anderen die sogenannte „Berlin-Küche“ (Küche und Speisesaal aus der Zeit der Berliner Luftbrücke), das Fliegerhorst-Kino, das Schwimmbad sowie eine Tankanlage. Andere wurden und werden nach und nach – teils mehrfach – saniert und umgebaut. Manche sind in ihrer Funktion vollständig oder teilweise geändert. So wird die ehemalige Reithalle heute als Sporthalle genutzt. Aus Kostengründen stimmte die Bundeswehr im Jahr 2005 der Stilllegung des zuletzt von den Osthannoverschen Eisenbahnen bedienten Gleisanschlusses zu. Der Nachschub an Kerosin wird seitdem über Tankwagen sichergestellt. Bereits ein Jahr später begann der Rückbau der Gleise vom Celler Bahnhof nach Wietzenbruch, dem bis dahin letzten Rest der ehemaligen Allertalbahn. Bearbeiten OrganisationDie gesamte Anlage ist Militärischer Sicherheitsbereich, vollständig von einem Kasernenzaun umschlossen und somit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Organisatorisch besteht eine interne Trennung zwischen Kasernen- und Flugbetriebsbereich. Zutrittsberechtigt zum Kasernenbereich sind grundsätzlich alle Angehörigen der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte. In diesem Teil sind die Verwaltungs-, Betreuungs-, Sport- und Sanitätseinrichtungen sowie die Unterkünfte gelegen. Der Flugbetriebsbereich ist nochmals speziell eingezäunt und umfasst das Flugfeld, die Flugzeughallen und Abstellflächen für Luftfahrzeuge sowie die Einrichtungen zum Betreiben des Flugplatzes, beispielsweise Radaranlagen, Tower und Tanklager. Der Zugang zum Flugbetriebsbereich wird – ähnlich einem zivilen Verkehrsflughafen – grundsätzlich nur Personen gestattet, die in diesem Bereich ihre Arbeitsstätte haben oder als Luftfahrzeugbesatzung beziehungsweise Passagier zwingend das Flugfeld betreten müssen. Bearbeiten LandeflächenDie Dimensionen der Piste erlauben grundsätzlich Starts und Landungen nahezu aller gängigen Luftfahrzeuge. Als bisher größtes Flugzeug landete 1972 eine Lockheed C-5 Galaxy in Celle, um einen Materialtransport durchzuführen.[1][34] Entsprechend der überwiegenden Nutzung als Ausbildungsflugplatz der Bundeswehr für Hubschrauberpiloten stehen parallel zur befestigten Start- und Landebahn verschiedene Graslandeflächen zur Verfügung. In diese können Autorotationen und andere Hubschrauber-Notverfahren geübt werden.[35] Um die Lärmbelastung für die über Jahrzehnte an den Flugplatz herangewachsene Stadt möglichst gering zu halten, wird zusätzlich ein Hubschrauberübungsgelände in Scheuen, nordöstlich der Stadt Celle, betrieben. Dort können, abseits von bebautem Gebiet, Landeübungen durchgeführt werden.[36] Der Flugplatz verfügt nicht über Hakenfanganlagen oder andere Sicherungseinrichtungen für strahlgetriebene Luftfahrzeuge.[6] Bearbeiten InfrastrukturZum Abstellen, Warten und Instandsetzen von Luftfahrzeugen stehen insgesamt fünf Flugzeughallen zur Verfügung, eine davon ist als Werft ausgelegt. Jede der Hallen kann dabei je nach Typ bis zu 24 Hubschrauber fassen. Die Abstellflächen im Freien vor den Hallen bieten Platz für rund 40 Luftfahrzeuge unterschiedlicher Größen. Weitere Standflächen bieten die Nord-, die Südwest- und die Südostspinne. Diese Abstellflächen sind aufgelockert spinnenförmig angeordnet und teilweise durch Bepflanzung gedeckt, wie zur Zeit des Kalten Krieges üblich. Diese werden jedoch überwiegend nicht mehr fliegerisch genutzt, stehen aber begrenzt für Übungen platzfremder Einheiten zur Verfügung.[1] Kerosin, mit dem fast alle Militär- und die meisten zivilen Luftfahrzeuge fliegen, wird bereit gehalten. Kraftstoffe wie AvGas, MoGas und Dieselkraftstoff, die überwiegend für Sportflugzeuge genutzt werden stehen nicht zur Verfügung.[6] Das Betanken erfolgt in der Regel über Tankfahrzeuge, seltener über die „Unterflur-Tankanlage“, die mit vier Zapfstellen ausgestattet ist. Bearbeiten LuftraumDer Flugplatz wird umgeben von einer Kontrollzone der Luftraumklasse „D“, die jedoch nur bei Öffnung des Flugplatzes aktiv ist.[37] Der Luftraum im Zuständigkeitsbereich der Anflugkontrollstelle ist als „E“ mit 1000 Fuß Untergrenze klassifiziert.[38] Bearbeiten NavigationshilfenDer Flugplatz verfügt über ein ungerichtetes Funkfeuer (Frequenz: 311 MHz, Kennung: CEL).[39] Dieses wird für An- und Abflugverfahren des Heeresflugplatzes Celle, aber auch von der zivilen Deutschen Flugsicherung als An- und Abflughilfe für die Flughäfen Hannover-Langenhagen und Braunschweig-Wolfsburg verwendet[40] sowie in der Funknavigation als Wegpunkt zweier Luftstraßen.[41] Weiterhin ist der Platz mit einem Präzisionsanflugradar (PAR-80) und einem Flughafen-Rundsichtradar (ASR-910) ausgestattet.[6][42] Bearbeiten DiensteAuf dem Flugplatz ist eine Flugberatung, eine Außenstelle des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (Wetterberatungsstelle) und eine eigene Feuerwache stationiert.[6] Somit werden alle notwendigen Dienste für den nationalen und internationalen Flugverkehr verfügbar gehalten. Der Heeresflugplatz Celle ist „Airport of Entry“ (Zollflughafen)[43] und darf somit direkt aus dem nicht-europäischen Ausland angeflogen werden. Auf dem Flugplatz ist mit der Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 100 eine hohe Kompetenz zur Instandsetzung des von der Bundeswehr genutzten Hubschraubertyps Bölkow Bo-105 vorhanden, die für die gesamte Bundeswehr-Flotte dieses Hubschraubertyps zuständig ist. Weiterhin sind die in Celle stationierten Teile der Heeresfliegerwaffenschule ebenfalls in der Lage, Hubschrauber der Typen Bölkow Bo-105 und Bell UH-1D zu warten. Andere Luftfahrzeuge können in Celle zurzeit nicht typenspezifisch gewartet, sondern lediglich versorgt werden. Bearbeiten NutzungDer Fliegerhorst steht als militärischer Flugplatz während seiner Öffnungszeiten grundsätzlich für alle Luftfahrzeuge der Bundeswehr, der Polizei und Bundespolizei, sowie der NATO-Mitgliedsstaaten zur Verfügung. Aus Gründen des Lärmschutzes für die Zivilbevölkerung sowie um den eigenen Ausbildungsflugbetrieb nicht unnötig zu stören, wird dies durch eine sogenannte „PPR“–Regelung eingeschränkt; das bedeutet eine Genehmigung zum Anflug auf Celle ist vor Antritt des Fluges einzuholen.[6] Starts und Landungen ziviler Maschinen bedürfen einer vorherigen schriftlichen Anfrage und Genehmigung oder müssen durch einen Mitbenutzungsvertrag abgedeckt sein. Lediglich Luftnotlagen sind ausgenommen. Zusätzlich zu den Einheiten, die den Flugplatz fliegerisch nutzen oder den Flugbetrieb unterstützen sind auf dem Heeresflugplatz Celle auch Einheiten und Dienststellen untergebracht, die lediglich auf die militärische Infrastruktur zurück greifen.[3] Diese Nutzer sind dabei von der Verwendung der Liegenschaft als Fliegerhorst unabhängig. Sie befinden sich aus organisatorischen, historischen oder Kapazitätsgründen mit in der Immelmann-Kaserne. Auftrag und Aufgaben aller auf dem Heeresflugplatz Celle stationierten Einheiten leitet sich aus den Vorgaben des Weißbuch 2006 ab.[44][45] Neben jeweils individuellem Auftrag und Aufgaben ist allen auf dem Heeresflugplatz Celle stationierten Einheiten gemeinsam, dass Sie jederzeit im Rahmen der Amts- und Katastrophenhilfe zum Schutz und zur Rettung auch der zivilen Bevölkerung Deutschlands zur Verfügung stehen sowie zivile Behörden und Dienststellen, beispielsweise die Polizei, unterstützen.[46] Bearbeiten Einheiten mit fliegerischem AuftragBearbeiten Heeresfliegerausbildungszentrum CDer Heeresflugplatz Celle wird im Hauptauftrag zurzeit überwiegend als Ausbildungsflugplatz für Hubschrauberpiloten genutzt und ist damit größtenteils zugehörig zur Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg, dem „Mutterhaus der Heeresflieger“ (Soldatensprache). Die Ausbildung wird vom Heeresfliegerausbildungszentrum C auf den Hubschraubermustern Bell UH-1D und Bölkow Bo-105 durchgeführt und umfasst folgende Bereiche[3]:
Bearbeiten Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffel 100Die Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffel 100 startet von Celle aus mit der Bölkow Bo-105 zu Verbindungsflügen überwiegend in Nord- und Ostdeutschland sowie deutschlandweit zu nationalen und regelmäßig auch internationalen Übungen, beispielsweise in Norwegen. Der Auftrag umfasst dabei[3]:
Bearbeiten Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 100Die Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 100 ist eine höchstspezialisierte Einheit der Bundeswehr für die Instandsetzung der Bölkow Bo-105. Sie ist in dieser Form einzigartig und daher zentral für die gesamte Bundeswehr zuständig. Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten mit höherem Aufwand, für die aus Kosten- und Personalgründen nicht jede mit Bölkow Bo-105 ausgestattet Einheit selbst ausgerüstet und ausgebildet sein kann, werden von dieser Staffel durchgeführt. Die Hubschrauber werden dafür von der entsendenden Einheit nach Celle überführt und nach Abschluss der Arbeiten wieder abgeholt.[3] Bearbeiten Einheiten mit flugunterstützendem AuftragBearbeiten Geoinformationsberatungsstelle CelleDie Aufgaben der Geoinformationsberatungsstelle umfassen den Flugwetterdienst generell für den regionalen Bereich sowie bei Einsatzflügen für die gesamte Flugstrecke – bei Bedarf auch weltweit. Rund um die Uhr werden Wetterbeobachtungen durchgeführt, selbst wenn der Flugplatz an sich geschlossen ist. Die Daten werden in ein weltumspannendes Fernmeldesystem für Wetterdaten eingesteuert und das sich ergebende Bild vor Ort ausgewertet. Bei sich entwickelnden regionalen Unwettern gibt die Beratungsstelle Warnungen und Informationen, insbesondere an die Luftfahrzeugbesatzungen, heraus.[3][47] Bearbeiten Heeresflugplatzfeuerwehr CelleDie Heeresflugplatzfeuerwehr stellt den Brandschutz und die Technische Hilfeleistung auf dem Fliegerhorst sicher. Sie ist rund um die Uhr im Dienst, selbst wenn der Flugplatz an sich geschlossen ist. Bei einem Flugunfall oder einer Luftnotlage ist sie für die Erstmaßnahmen sowohl auf dem Flugplatzgelände als auch im Nahbereich zuständig. Zusätzlich stellt die Einheit bei Bedarf den Brandschutz auf dem Hubschrauberübungsgelände Scheuen sicher.[3] Bearbeiten Sanitätsstaffel Celle-WietzenbruchUm die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung der Soldaten sicherzustellen, ist auf dem Flugplatz eine eigene Sanitätsstaffel mit mehreren Praktischen- bzw. Fachärzten und Zahnärzten untergebracht. Unterstützt wird diese Komponente von speziell ausgebildeten Fliegerärzten, die von den fliegenden Einheiten gestellt werden. Bei Zwischenfällen im Flugverkehr während der regulären Dienstzeiten stellen die Fliegerärzte gemeinsam mit der Feuerwehr die Erstversorgung Verletzter sicher.[3] Bearbeiten StandortserviceAufgrund der im Grundgesetz vorgeschriebenen Trennung zwischen militärischem Auftrag und ziviler Wehrverwaltung[48] unterhält der Hausherr, die Wehrbereichsverwaltung Nord, auf dem Gelände des Fliegerhorstes Außenstellen ziviler Dienstleistungszentren, den sogenannten Standortservice. Diese stellen den technischen Betrieb der Anlagen sowie die Pflege und Verwaltung des Geländes mitsamt aller Gebäude und Einrichtungen sicher und stellt diese den militärischen Nutzern zur Verfügung. Zuständig für den Standort Celle ist das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Hannover.[3] Bearbeiten MilitärseelsorgeFür die Durchführung der Militärseelsorge auf dem Fliegerhorst befindet sich eine vom evangelischen und katholischen Standortpfarrer ökumenisch genutzte Kapelle auf dem Gelände, in der monatlich Gottesdienste durchgeführt werden. Der ständige Dienstsitz der zuständigen Militärgeistlichen ist Hannover. Sie sind Teil des „psychosozialen Netzwerks der Hilfe“. Das Netzwerk bestehend aus den Fliegerärzten, den Standortpfarrern und anderen sozialen Einrichtungen der Bundeswehr. Es betreut hilfesuchende Soldaten bei privaten sowie dienstlichen Problemen und betreut Betroffene, deren Angehörige und eingesetzte Rettungskräfte bei einem Flugunfall oder Zwischenfall.[49] Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften sind nicht vorhanden.[3] Bearbeiten Einheiten ohne fliegerischen BezugBearbeiten Standortältester CelleDer Standortälteste Celle repräsentiert den Heeresflugplatz Celle und weitere militärische Liegenschaften um Celle nach außen, vor allem gegenüber der Stadt sowie dem Landkreis Celle und der örtlichen Presse. Er ist Ansprechpartner für zivile Dienststellen und Behörden, insbesondere bei der Koordinierung der Amts und Katastrophenhilfe durch die Bundeswehr. Der Standortälteste übt Dienstaufsicht über alle Einheiten des Standortes aus und regelt Angelegenheiten von gemeinsamem Belang, beispielsweise die Nutzungszeiten für den Standortübungsplatz Scheuen und die Standortschießanlage. Bearbeiten Heeresfliegerstaffel 109Die Heeresfliegerstaffel 109 ist Teil des in Faßberg stationierten Transporthubschrauberregiments 10 und führt die Allgemeine Grundausbildung für Wehrpflichtige und Soldaten auf Zeit durch. Weiterhin führt sie spezielle Vorbereitungslehrgänge für Bundeswehrangehörige durch, die für einen Auslandseinsatz vorgesehen ist. Soldaten ab der Dienstgradgruppe Unteroffizier, die als Wachhabende im Wachdienst eingesetzt werden sollen, erhalten in der Heeresfliegerstaffel 109 die theoretische und praktische Ausbildung zum Wachvorgesetzten.[3] Bearbeiten Kraftfahrausbildungszentrum CelleDas Kraftfahrausbildungszentrum Celle führt die Ausbildung in den Fahrerlaubnisklassen B und BCE sowie die Fahrlehrer-Ausbildung durch, um den Bedarf an Kraftfahrern zu decken. Soldaten der Bundeswehr benötigen unabhängig von ihrer zivilen Qualifikation eine Fahrerlaubnis durch die Bundeswehr. Zum 31. Dezember 2010 wird das Kraftfahrausbildungszentrum Celle aufgelöst. Die Aufgaben werden auf andere, verbliebene Ausbildungseinrichtungen verteilt.[3] Bearbeiten Feldwebel für ReservistenangelegenheitenDiese Kleindienststelle ist Verbindungselement zu den in den Landkreisen Celle und Soltau-Fallingbostel wohnenden Reservisten der Bundeswehr. Zum Aufgabenbereich gehören Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen für ehemalige Soldaten sowie organisatorische Unterstützung bei Reserveübungen. Dabei arbeitet der Feldwebel für Reservistenangelegenheiten eng mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) zusammen. Der Feldwebel für Reservistenangelegenheiten untersteht dem Landeskommando Niedersachsen.[3] Bearbeiten Verband der Reservisten der Deutschen BundeswehrDer Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr ist ein staatlich geförderter Verein, der im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Bundestages die Reservistenarbeit übernimmt. Die Kreisgeschäftsstelle Celle ist dabei in Zusammenarbeit mit dem Feldwebel für Reservistenangelegenheiten zuständig für die Betreuung der Mitglieder im Landkreis Celle. Sie führt regelmäßige Veranstaltungen durch und informiert ihre Mitglieder durch eine halbjährlich erscheinende Rundschrift.[3] Bearbeiten Sonstige NutzungBis in die 1980er Jahre nutzten vornehmlich Angehörige der europäischen Adelshäuser, insbesondere des englischen, sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens[50] die Möglichkeit, auf den für Journalisten und Fotografen unzugänglichen Militärflugplätzen zu landen. Bekannteste Gäste auf dem Fliegerhorst Celle waren Elizabeth Bowes-Lyon („Queen Mum“) 1965[51], Elisabeth II. (Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland) 1967[52] und 1984[53], Prinz Charles und Diana 1987[54] sowie die niederländische Prinzessin Beatrix 1965.[55] Bis in die heutige Zeit hinein wird der Heeresflugplatz Celle gelegentlich genutzt, um Truppenbesuche britischer Adeliger bei den in der Region stationierten britischen Streitkräften abzuhalten[56], sowie die traditionellen, seit Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg bestehenden Verbindungen zwischen dem Hause Windsor und der Herzogstadt Celle zu pflegen.[57] Mit der vermehrten Auflösung bzw. Verlegung britischer Verbände aus Deutschland sinkt diese Bedeutung jedoch seit den 1990ern. Staatsoberhäupter haben den Heeresflugplatz Celle nach 1984 nicht mehr angeflogen.[53] Ein Anfang der 1990er gestarteter Vorstoß Celler Politiker, den Flugplatz für eine generelle zivile Mitnutzung auszubauen, wurde wegen der aller Voraussicht nach fehlenden Wirtschaftlichkeit – insbesondere aufgrund der Nähe zum Flughafen Hannover-Langenhagen – nicht weiter verfolgt.[58] Eine erneute Untersuchung zehn Jahre später scheiterte am Widerstand der Bundeswehr gegen eine solche Mitnutzung.[59][60] Bearbeiten Bedeutung und EntwicklungDer Heeresflugplatz Celle tritt überörtlich außerhalb der internen Medien der deutschen Heeresflieger nur sehr selten in Erscheinung. Er ist, anders als beispielsweise die Ramstein Air Base, auch kein nationaler Begriff für einen Militärflughafen. Ziviler Flugverkehr findet auf dem Fliegerhorst grundsätzlich nicht statt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||