Graz.html

 
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Wappen Karte
Wappen der Stadt Graz Österreichkarte, Position von Graz
Basisdaten
Bundesland: Steiermark
Bezirk: Graz (Statutarstadt)
Fläche: 127,58 km²
Einwohner (1.Jän. 2008)
252.852 (Hauptwohnsitz)
Agglomeration: 320.000 (Hauptwohnsitz)
Bevölkerungsdichte: 1.982 Einwohner/km²(Hauptwohnsitz)
Bevölkerungswachstum (Hauptwohnsitz) 1991-2006: + 4,2%
Höhe: 353 m ü. A.
Geografische Lage: 47° 4′ N, 15° 26′ O47.07048615.4378197Koordinaten: 47° 4′ N, 15° 26′ O
Postleitzahl: A-801x, A-802x, A-803x
A-804x, A-805x
Vorwahl: +43 316
Kfz-Kennzeichen: G
Gemeindekennzahl: 60101
Adresse des
Rathauses:
Hauptplatz 1
A-8011 Graz
Website: http://www.graz.at/
E-Mail: stadtverwaltung@stadt.graz.at
Politik
Bürgermeister: Siegfried Nagl (ÖVP)
Vizebürgermeisterin: Lisa Rücker (Grüne)
regierende Parteien: Proporzregierung:
ÖVP, SPÖ, Grüne, KPÖ, FPÖ
Arbeitsübereinkommen:
ÖVP, Die Grünen
Sitzverteilung im Gemeinderat
(56 Mitglieder):
ÖVP 23 Mandate
SPÖ 11 Mandate
Die Grünen 8 Mandate
KPÖ 6 Mandate
FPÖ 6 Mandate
BZÖ 2 Mandate
Nächster Wahltermin Jänner 2013
Legislaturperiode: 5 Jahre
Ortsgliederung: 17 Stadtbezirke
Karte: Graz in der Steiermark
Bild:Karte_Aut_Stmk_G.png

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark, zweitgrößte Stadt der Republik Österreich und bedeutende Universitätsstadt. Graz hat rund 253.000 Einwohner. Die Statutarstadt wurde im Jahre 2003 Kulturhauptstadt Europas und ist Menschenrechtsstadt sowie Träger des Europapreises. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollständig aus und ist daher an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das eigentliche Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nur nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld. Die höchste Erhebung in Graz ist der Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt. Tiefste Stelle ist mit ca. 330 m dort, wo die Mur das Stadtgebiet nach Süden verlässt. Graz liegt rund 150 km südwestlich von Wien. Die nächstgelegene größere Stadt ist Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, rund 50 km südlich von Graz. Die beiden Städte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Euro-Region Graz-Maribor ist ein Beispiel dafür.

Bearbeiten Stadtgliederung

Siehe auch: Liste der Stadtbezirke von Graz

Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 namentliche Stadtbezirke gegliedert.

Karte: Grazer Stadtbezirke
Panorama vom Schloßberg
Panorama von St. Leonhard in Richtung Altstadt
Blick vom Schloßberg in den Süden von Graz
Blick vom Schloßberg in den Norden von Graz
  1. Innere Stadt: Im ersten Bezirk, der Innenstadt, befindet sich der Hauptplatz mit dem Rathaus aus der Gründerzeit. Die Mitte des Platzes ziert der Erzherzog-Johann-Brunnen. In diesem Bezirk befindet sich auch das Wahrzeichen der Stadt, der Uhrturm auf dem Schloßberg. Die schönste und beliebteste Einkaufstraße in Graz, die Herrengasse, verläuft quer durch den Bezirk. Hier steht auch das Landhaus, der Sitz des Steiermärkischen Landtags, unweit davon befindet sich das Oberlandesgericht, dessen Gebäude den Repräsentationswillen der Gründerzeit widerspiegelt. Der Bezirk ist fast durchgehend Fußgängerzone.
  2. St. Leonhard: Östlich an die Innenstadt anschließend, erstreckt sich dieser wohlhabende, bürgerlich geprägte Bezirk bis zur Leonhardkirche nach Osten und zum St. Peter-Stadtfriedhof im Süden. In diesem Bezirk befindet sich das Hauptgebäude der TU Graz und die zugehörige Universitätsbibliothek sowie die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
  3. Geidorf: Wohnbezirk nördlich der Innenstadt, Sitz dreier Universitäten (Karl-Franzens-Universität, Kunstuniversität sowie Medizinische Universität), dementsprechend Wohnsitz vieler Studenten und Professoren. Am östlichen Ende dieses Bezirkes befindet sich das LKH-Universitätsklinikum Graz, es ist eines der größten Spitäler Europas. In der Geidorfer Körösistraße war der Grazer Fußballverein GAK zuhause, nach dem Auszug der Fußballsektion 2005 ins nördlich angrenzende Andritz verbleibt die Tennissektion auf dem sporthistorischen Areal. Auf dem Gelände des ehemaligen GAK-Stadions stehen heute Wohnblöcke.
  4. Lend: Zentraler, multikulturell geprägter Arbeiterbezirk westlich der Innenstadt. Der Hauptbahnhof und das Kunsthaus befinden sich hier. Ehemaliger Binnenhafen, über den auf Flößen Holz und Eisenprodukte aus der Obersteiermark ihren Weg nach Italien und auf den Balkan fanden. Im 60 km entfernten Marburg (Maribor) erfüllte der Bezirk Lent die gleiche Funktion. In der Nähe des Lendplatzes befindet sich das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder I; der Lendplatz ist auch Standort des zweitgrößten Bauernmarktes der Stadt. Im Bezirk befindet sich auch ein Park (Volksgarten) zur Erholung für Familien. Auch kommen Theater- und Kabarettbesucher im angrenzenden Orpheum (Theaterbühne) nicht zu kurz.
  5. Gries: Südwestlich der Innenstadt. Wie Lend ist Gries ein Arbeiterbezirk, in dem auch zahlreiche Ausländer wohnen. Die Griesgasse gilt als Zentrum bosnischer und türkischer Kultur in Graz. Das Gebiet um den Griesplatz ist traditionell ein wichtiger Standort von Nachtclubs und zahlreicher anderer Etablissements zweifelhaften Rufes, begründet durch den Grieskai und die dadurch gegebene Nachfrage durch Binnenschiffer. Zur Zeit der Monarchie war der Griesplatz Verkehrsknotenpunkt in Richtung Triest und damals schon ein Ort der Immigranten. Heute ist er die Endstation für Busse aus den südlichen und westlichen Vorstadt- und Umlandgemeinden. Gries gewinnt in den letzten Jahren wieder an Attraktivität – vor allem in den zentralen, Mur-nahen, Gebieten zwischen Südtiroler Platz, Griesplatz und Grieskai. Der Bezirk gilt als Trendbezirk mit angesagten Lokalen und dynamischem Lokalleben. Außerdem wurde 2007 an der Schnittstelle von Süd und Ostbahn am Anfang der Kärntnerstrasse der S-Bahnhof Graz-Don Bosco eröffnet. Im Bezirk Gries befinden sich neben großen Gemeindesiedlungen (Triester Siedlung), auch die Justizanstalt Graz-Karlau, der Schlachthof, der Grazer Zentralfriedhof, der städtische Wirtschaftshof (Müllentsorgung) und Fernheizwerk und auf dem Gelände des ehemaligen Steyr-Daimler-Puch Einser-Werks eine Gewerbezone und das Puch-Museum.
  6. Jakomini: Zentral gelegen ist er der bevölkerungsreichste Grazer Stadtbezirk. Der Jakominiplatz (eigentlich in der Inneren Stadt gelegen) ist die innerstädtische Verkehrsdrehscheibe der Murstadt. In diesem Bezirk befinden sich auch die „Grazer Messe“, der Ostbahnhof, die Hauptremise der Grazer Verkehrsbetriebe, der Augarten und das Landesgericht mit der Justizanstalt Graz-Jakomini. Über den Bezirk verstreut befinden sich einige Gebäude der Technischen Universität, unter anderem die Neue Technik und die Gebäude in der Inffeldgasse. Außerdem ist Jakomini die Heimat der SK Sturm Graz Amateure. Heute bespielt neben dem Amateuren des Traditionsvereins der Grazer SC die Gruabn, die sich an der Ecke Klosterwiesgasse/Jakominigürtel befindet.
  7. Liebenau: Wohnbezirk im Süden der Stadt. Im Norden befindet sich die UPC-Arena, im Süden der größte Produktionsstandort von Graz, die Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co KG mit knapp 10.000 Beschäftigten. Beim Einkaufszentrum Murpark befindet sich eine der wenigen Park und Ride Anlagen der Stadt wohin die Straßenbahnlinie 4 im Jahre 2007 verlängert wurde um unter anderen die Pendler dazu zu bewegen mit den Grazer Verkehrsbetrieben statt mit ihren Autos ins Zentrum zu fahren.
  8. St. Peter: Wohnbezirk im Südosten der Stadt. Die Wohnbevölkerung konzentriert sich hauptsächlich auf große Neubausiedlungen im nördlichen Teil des Bezirkes. Hier ist auch das Landesstudio Steiermark des ORF ansässig. Hier wurde 2007 die Verlängerung der Straßenbahn Linie 6 freigegeben um für die Einwohner in Peterstal eine Nahverkehrsverbindung zu schaffen.
  9. Waltendorf: Bezirk im Osten der Stadt. Ehemals eigene Gemeinde (der Name leitet sich von „Wald-Dorf“ her), heute vorwiegend wohlhabendes Wohnviertel.
  10. Ries: Bürgerlich geprägter Wohnbezirk im Osten der Stadt, aufgrund der hügeligen Topographie dünn besiedelt.
  11. Mariatrost: Bürgerlicher Wohnbezirk im Nordosten. Standort der Basilika Mariatrost.
  12. Andritz: Im Norden der Stadt gelegen, besteht der Bezirk (Namensgeber der hier ansässigen Andritz AG) aus den Ortschaften Oberandritz, Unterandritz und dem wohlhabenden St. Veit. In Andritz betreibt die Fußballsektion des GAK ihr modernes Trainingszentrum.
  13. Gösting: Bezirk im Nordwesten von Graz. Ehemals unter der Herrschaft von Gösting mit eigener Burg; seit 1707 den Grafen von Attems gehörig; Burg heute in Privatbesitz. Ab 1850 eigene Gemeinde, seit 1938 Teil von Graz. Die angrenzende Gemeinde Thal ist der Geburtsort von Arnold Schwarzenegger.
  14. Eggenberg: Bürgerlicher Wohnbezirk, zum Teil auch traditioneller Arbeiterbezirk im Westen der Stadt. Spitalszentrum: UKH und LKH-West (ein Gebäude), Barmherzige Brüder II. Hier ist auch die Fachhochschule Joanneum angesiedelt und findet auf dem Gelände der ehemaligen Reininghaus-Brauerei die zur Zeit größte Stadtteilentwicklung Österreichs statt. Das 1625 erbaute Schloss Eggenberg ist die bedeutendste Schlossanlage der Steiermark, umgeben von einem weitläufigen Landschaftsgarten. Nach dem Vorbild des spanischen Escorial ist es zugleich beeindruckender Repräsentationsbau und komplexe Allegorie des Universums. Sein Mittelpunkt ist der frühbarocke Planetensaal mit Gemälden des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher. Apropos Planeten: Diese bilden auch die Grundlage der poetischen Gartenräume des neu gestalteten Planetengartens. In der Helmut-List-Halle, die 2003 im Rahmen des Kulturhauptstadt-Jahres errichtet wurde, finden Veranstaltungen für Jugendliche statt. Ebenfalls befindet sich in Eggenberg die Vizenzgemeinschaft, die versucht, armen Menschen zu helfen. Demnächst wird auch das Eggenberger-Bad umgebaut, und der ASKÖ-Platz zu einem Sportzentrum umgeplant. Bei diesem Sportzentrum Projekt sollen sich alle großen Sportvereine der Steiermark in einem Haus des Sports ansiedeln.
  15. Wetzelsdorf: Wohnbezirk im Westen der Stadt. Standort der Belgierkaserne, wo sich das Kommando für Internationale Einsätze mit dem Zentrum Internationale Kooperation (ZIK) befindet.
  16. Straßgang: Im Südwesten des Stadtgebiets gelegen, von der Kärntner Straße durchzogen. Hauptsehenswürdigkeit ist die Kirche am Florianiberg und das Schloss St. Martin. Im Süden grenzt es an Seiersberg. Weitgehend mit Einfamilienhäusern bebaut und mit zahlreichen Einkaufszentren und einem beliebten Freibad ausgestattet.
  17. Puntigam: Der Arbeiterbezirk im äußersten Süden der Stadt ist Standort der Puntigamer Brauerei und nach der 1989 erfolgten Trennung von Straßgang der jüngste Bezirk der Stadt. Hier befindet sich auch der neue S-Bahnhof Graz Puntigam wohin die Straßenbahnlinie 5 2006 verlängert wurde.

Bearbeiten Nachbargemeinden

Graz ist umgeben vom politischen Bezirk Graz Umgebung, in dem sich auch alle folgenden Gemeinden befinden:

Bearbeiten Klima

Typisches Grazer Winterwetter: Durch die Beckenlage liegt in der Stadt dichter Nebel, während weiter oben strahlend blauer Himmel herrscht (Blick vom Schloßberg)
Klimadiagramm von Graz-Thalerhof

Graz liegt im Bereich der gemäßigten Klimazone, ist jedoch bereits stark beeinflusst vom mediterranen Klima. Durch die Lage am Südostrand der Alpen ergibt sich eine gute Abschirmung gegenüber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. Größere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich vor. Von dort bringt auch der Föhn immer wieder das typische „Föhnwetter“ mit warmem Wind.

  • Durchschnittstemperaturen: Flughafen 8,7 °C / KF Universität 9,4 °C [1] [2]
  • mittlere Jahresniederschlagsmenge: 818,9 mm mit durchschnittlich 92,1 Niederschlagstagen (KF Universität)
  • Sonnenscheindauer: 1.890 Stunden im Jahr (KF Universität)

Durch die geschützte Lage ist das Klima so mild, dass z. B. in den Parkanlagen auf dem Schloßberg Pflanzenarten gedeihen, die üblicherweise erst einige hundert Kilometer weiter südlich anzutreffen sind. Der mediterrane Einfluss zeigt sich auch bei den jährlichen Sonnenstunden, die in Graz um einiges zahlreicher sind als etwa in Wien.

Allerdings hat die Beckenlage auch klimatische Nachteile: Besonders im Winter kommt es oft zu Inversionswetterlagen, die einen Luftaustausch im Grazer Becken verhindern und eine hohe Smog- und Feinstaubbelastung bewirken. Die ca. 140.000 Autos, die wochentags von auswärts nach Graz hineinfahren, tragen zusammen mit den von den Stadtbewohnern getätigten Autofahrten maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. In einer Expertise einer vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebene Studie finden sich erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen. Hierbei wurde ermittelt, dass der Feinstaub für ca. 40 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Graz verantwortlich ist. Außerdem wurde in dieser Studie der Individualverkehr als Hauptverursacher des Feinstaubs in Graz eruiert. In Graz wurde der Grenzwert von 50 µg/m3 2006 an 120 Tagen sogar um bis zum Dreifachen überschritten, hieße es dabei.

Bearbeiten Geologie

Das Gebirgsland nördlich von Graz auf beiden Seiten des engen Murtals besteht aus Kalk und Schiefer aus dem Paläozoikum.

Bearbeiten Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Einwohner
1880 116,770
1900 168,808
1951 226,453
1961 237,080
1971 249,089
1981 243,166
1991 237,810
2001 226,244
2006 250,099
2008 252,852
Bevölkerungsentwicklung von Graz von 1849 bis 2006

Die Bevölkerungszahl von Graz überschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten „Gründerzeit“, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er-Jahre stetig an – teilweise durch natürlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch die 1938 erfolgte Eingemeindung von Nachbarorten. Von Ende der 1970er Jahre bis 2001 verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen. Obwohl in diesen Jahren die Zahl der Bewohner mit Hauptwohnsitz abnahm, gab es zeitgleich eine Zunahme an Bewohnern mit Zweitwohnsitz. Seit 2001 gibt es wieder eine Zunahme auch von Hauptwohnsitzbewohnern. 2005 hatten 38.472 Personen in Graz ihren Zweitwohnsitz, darunter viele der ca. 40.000 Studenten. Dazu kommen noch in Graz wohnende jüngere Werktätige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Dies stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur für alle in und um Graz wohnenden Menschen errichten und erhalten muss, vom Bund jedoch nur Geld für die Bewohner mit Hauptwohnsitz bekommt. Anderseits profitiert der Wirtschaftsstandort und die Bauwirtschaft von den meist jüngeren Zweitwohnsitzbewohnern [3]. Graz hat einen Frauenanteil von 52 Prozent und 109.830 Haushalte.

laut ZMR (Zentrales Melderegister) Einwohner mit Hauptwohnsitz

Quelle: Grazer Stadtverwaltung

Bearbeiten Geschichte

Bearbeiten Steinzeit

Geschichtlich nachweislich ist eine Besiedelung des Gebietes um den Grazer Schloßberg bereits seit der Kupfersteinzeit (um 3000 v. Chr.). Funde von Steingeräten im Bereich der Sackstraße, welche um das Jahr 2000 v. Chr. datiert werden können, lassen darauf schließen, dass es eine Siedlung südlich des Schloßberges gegeben haben könnte.

Während der Urnenfelderkultur sind für die Grazer Gegend mehrere Befestigungen nachgewiesen. Die verschiedenen Volksstämme standen einander zwar zum Teil feindlich gegenüber, aber die Gesellschaft begann sich zu politisieren und zu spezialisieren.

Bearbeiten Römerzeit

Der Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft, wie zahlreiche Funde beweisen. Die größte bekannte römische Anlage in der Steiermark befand sich im Bereich des heutigen Flughafens Graz-Thalerhof und wurde bei dessen Ausbau in den 1940er Jahren völlig zerstört.[4] Auf Grazer Boden dürfte sich zwar keine römische Siedlung befunden haben, als Kontinuität aus der Antike ist hier aber ein lokaler Verkehrsweg erhalten geblieben, der im Mittelalter als „strata hungarica“ bekannt war (von Osten, aus Pannonien kommend, bei St. Leonhard in das Grazer Feld führend und weiter nach Westen die Mur überquerend und im Anschluss auf eine Römerstraße, jetzt Alte Poststraße, treffend).

Bearbeiten Slawen, Awaren

Im 6. Jahrhundert drangen Slawen als Untertanen der Awaren in das dünnbesiedelte Land ein und ließen sich in den Regionen Krain, Kärnten und Steiermark nieder. Das Gebiet wurde nun Karantanien genannt. Slawen errichteten an diesem Ort später auch eine Burg („grad“ auf Altkirchenslawisch, Slowenisch und Kroatisch; „gradec“ bedeutet „kleine Burg“ auf Slowenisch). Daraus leitet sich der Ortsname ”Graz” ab, frühere Bezeichnungen der Stadt waren Grätz und Gratz. Die Slawen wurden ab dem 8. Jahrhundert von den Baiern und Franken christianisiert und allmählich assimiliert, die Awaren um das Jahr 800 von Karl dem Großen ausgeschaltet.

Bearbeiten Einfall und Vertreibung der Ungarn

Schlacht auf dem Lechfeld in einem historisierenden Gemälde von Michael Echter

Schon um 900 fielen die Ungarn in das Gebiet der heutigen Steiermark ein und versuchten hier Fuß zu fassen. Fränkische und bayerische Grundherren, Adelige und Geistliche wurden vertrieben oder ermordet. Viele Orte wurden in Brand gesteckt und damit vernichtet.

Erst nachdem Otto der Große auf dem Lechfeld im Jahre 955, die Ungarn endgültig besiegte, konnte die bayerische Besiedlung des Gebiets weitergehen. Um weitere Angriffe von außen vorzeitig abwehren zu können, teilte der Kaiser die Randgebiete in eine Markenstruktur ein. Auf Grazer Gebiet erstreckte sich die Mark an der mittleren Mur.

Bearbeiten Eppensteiner, Lambacher, Traungauer

Von 970 bis 1035 waren die Eppensteiner die Herren der Mark an der mittleren Mur. Ab dem Jahre 1035 übernahm das Geschlecht der Grafen Wels-Lambach die Markgrafenwürde für das steirische Gebiet (inkl. Graz), die Eppensteiner durften aber ihr Landeigentum (Karantanien) behalten. Nur 15 Jahre dauerte die Herrschaft der Wels-Lambacher, danach war dieses Geschlecht erloschen. Die Otakare aus dem Traungau, Traungauer genannt, folgten ihnen. Deren Sitz war in Steyr.

1122 war ein entscheidendes Jahr für die Steiermark. Die Eppensteiner starben aus und der Grundbesitz ging auf die Traungauer über. Zu dieser Zeit war aber das Grazer Gebiet noch nicht im Besitz der Traungauer, es gehörte von der Mur bis vor Sankt Ruprecht an der Raab dem Hochfreien Bernhard von Stübing, einem Enkel des Pfalzgrafen Aribo. Auf dem Schloßberg wurde durch seine Dienstmannen eine romanische Herrschaftsburg errichtet. Doch auch die zivile Stadt begann sich zu entwickeln; direkt unterhalb der neuen Burg, auf dem Gebiet des heutigen Freiheitsplatzes, wurde zwischen den Jahren 1125 und 1130 der dazugehörige Meierhof gegründet. Dies hatte zur Folge, dass auch ein eigenes Gewerbe- und Marktzentrum im Bereich der heutigen Sackstraße entstand. Dieser Gassenmarkt hatte eine Länge von ca. 180 Metern. Damit war für Graz der Grundstein gelegt, eine zentrale Rolle in der zukünftigen Steiermark einzunehmen. Die größere Bedeutung schlug sich auch darin nieder, dass es immer häufiger in Urkunden Erwähnung fand.

Auch die planmäßige Besiedlung des Grazer Beckens wurde in dieser Zeit begonnen.

Bearbeiten Erstmalige urkundliche Erwähnung

Die erste Nennung dürfte sich auf einer undatierten Urkunde des Markgrafen Leopold befinden, mit der er seinem Ministerialen Rüdiger einige Güter bei Hartberg überließ, die nach dessen Tod an das Stift Rein fallen sollten. Diese Urkunde existiert nicht mehr im Original, es gibt nur noch eine Abschrift aus dem 15. Jahrhundert davon. Dieses Schriftstück dürfte erst im letzten Drittel des 12. Jahrhundert verfasst worden sein, doch der Inhalt ist auf 1128/29 zu datieren. Mündliche Zusagen erst viel später niederschreiben zu lassen war zu jener Zeit durchaus üblich. Die erste gesicherte Erwähnung von Graz stammt aus dem Jahre 1140, als Udalrich von Graz die Errichtung des Augustiner-Chorherren-Stiftes zu St. Marein an der Feistritz (heute: Abtei Seckau) durch Adalram von Waldeck in einem Dokument bezeugte.

Bearbeiten Graz fällt an Markgraf Ottokar III.

Wappen der Steiermark

Regalien, die bisher in diesem Gebiet dem König gehörten, wie die Berghoheit, Juden- und Münzregal, Maut- und Zollstätten, konnte Leopolds Sohn, Ottokar III., für das im Entstehen begriffene Land für sich gewinnen. Auch die Landgerichtsbarkeit ging auf ihn über. Mit der Annahme eines Hauswappens (Panther) und der Bezeichnung des Markgrafen als princeps (Fürst) in den Jahren um 1160 wurden auch die Äußerlichkeiten für eine abgeschlossene Landesbildung erfüllt, nachdem es ihm bis 1156 gelungen war, die Erben Bernhards von Stübing auszuschalten und das gesamte Grazer Gebiet der Aribonensippe abzunehmen. In die Zeit um 1160 fällt auch die Gründung des zweiten, großen Grazer Marktes auf dem Boden des heutigen Hauptplatzes, der damals aber bis zur Landhausgasse reichte.

Als Ottokar III. 1164 starb, schien alles dafür zu sprechen, dass dieser Aufschwung nur von kurzer Dauer sei, denn er hinterließ nur einen gerade einjährigen Sohn, Ottokar IV., für den seine Witwe Kunigunde die Regentschaft übernahm. Doch die Steiermark blieb eine Einheit. 1180 wurde durch Kaiser Friedrich Barbarossa das Land sogar zum Herzogtum erhoben.

Bearbeiten Die Georgenberger Handfeste

Da Ottokar IV. kinderlos blieb und sich den Aussatz zugezogen hatte, nahm er Kontakt mit dem babenbergerischen Herzog Leopold V. auf. Sie trafen sich auf dem Georgenberg bei Enns und schlossen 1186 einen Erbvertrag, in welchem der Traungauer den Babenberger als seinen Erben bestimmte (vgl. Georgenberger Handfeste).

Bearbeiten Erste Stadtmauer und Wappen

Um 1233 gibt es die ersten Aufzeichnungen, die von einer Ummauerung des Marktes sprechen.

Die Grazer Ringmauer umschloss den Siedlungsbereich um den Markt und die unmittelbar daran anschließenden ältesten Vororte. Sie verlief vom Schloßberg zur heutigen Ursulinenkirche, lief entlang der Nord- und Murseite des Palais Attems und überquerte die Murgasse. Die Franziskanerkirche einschließend, zog sie an der Hinterseite der östlichen Häuserreihe im Kälbernen Viertel weiter, bis sie vor der Albrechtgasse schräg von der Mur abbog. Nun führte die Mauer entlang der Westseite des alten Joanneums zur heutigen Ecke Kalchberggasse/Schmiedgasse und hier entlang der Häuserfront Hans-Sachs-Gasse bis zum Tummelplatz. Die Ostmauer zog nun mitten durch den Häuserblock östlich des Bischofplatzes und ging hinter der östlichen Häuserzeile der Färbergasse weiter. Die Sporgasse wurde unterhalb der Stiegenkirche überquert und die Mauer zog sich zur unteren Burg in die Nähe des Uhrturms weiter.

Alle für eine Stadt notwendigen äußerlichen und rechtlichen Merkmale hatte Graz nun gesammelt: einen Markt, eine eigene Gerichtsbarkeit und eine Befestigung. Auch erste Vorstädte begannen sich zu entwickeln, also ein Gebiet um die Stadtmauern, das von der Stadt abhängig war. So erhielt Graz um 1245 auch sein Wappen, das an das steirische angelehnt war: In Grün ein aufrecht nach rechts schreitender, silberner, goldbewehrter, mit einer goldenen, dreiblättrigen Laubkrone gekrönter Panther ohne Hörner, aus dessen Leibesöffnungen rote Flammenzungen schlagen.

Bearbeiten Graz als Residenz der Habsburger

Karl II.

1379 wird Graz Residenz der Habsburger – die Habsburger wohnten in der Grazer Burg und regierten von dort aus Innerösterreich, zu dem die Steiermark, Kärnten und Teile des heutigen Italiens (Triest und Inneristrien) und Sloweniens (Krain und die Untersteiermark) gehörten. Graz bleibt (neben Wien und Innsbruck) bis ins Jahr 1619 habsburgische Residenzstadt.

Bearbeiten Universität, Kepler und Gegenreformation

Bereits 1573 wurde eine dreiklassigen Lateinschule in Graz als „Archiducale Gymnasium Soc. Jesu Graecensis“ gegründet. 1585 wurde die erste Universität von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich gegründet. 1586 wurde die Lateinschule (das spätere Akademische Gymnasium am Tummelplatz) der neuen Universität zu Graz angegliedert, Gesamtname: „Academia, Gymnasium et Universitas“. Sie wurde aber schon im selben Jahr an die Societas Jesu übergeben mit dem Ziel, allen sozialen Schichten eine elitäre Ausbildung angedeihen zu lassen. Zu dieser Zeit prägten italienische Künstler und Baumeister das Bild der Stadt. Einer der bekanntesten Bauten ist das Landhaus, das im Renaissancestil erbaut wurde. Hier tagten die steirischen Landstände. Von 1594 bis 1600 lehrte Johannes Kepler an der Stiftsschule. Diese Hochschule war das protestantische Gegenstück zur Universität Graz.

Die Türken erreichten bei ihren Kriegszügen immer wieder das Gebiet von Graz. 1619 übersiedelte der gesamte Hofstaat nach Wien.

Bearbeiten Napoleon in Graz

  • 1797: Am 10. April 1797 rückt erstmals ein französisches Korps in Graz ein. Am 12. April 1797 folgt General Bonaparte und sein Generalstab. Er bezieht Quartier im Stubenbergschen Haus (Herrengasse 13). Zwei Tage später reist er in sein Hauptquartier in Göß bei Leoben ab. Seine Truppen verlassen Graz nach achtzehntägigem Aufenthalt und empfindlichen Requisitionen.
  • 1805: Am 14. November 1805 beginnt die zweite Besetzung durch die Franzosen unter General Marmont, die erst am 11. Jänner 1806 mit dem Abzug der französischen Truppen aus Graz zu Ende geht.
  • 1809: Am 30. Mai 1809 kommt es zum dritten Einmarsch der französischen Truppen unter General Macdonald. Graz, als offene Stadt, wird kampflos übergeben, die Festung auf dem Schloßberg auf Befehl Erzherzog Johanns, des Befehlshabers der Südarmee, durch Major Franz Hackher zu Hart und rund 800 Mann verteidigt. Ab 13. Juni 1809 12 Uhr lässt General Broussier die Festung aus drei Batterien beschießen. Am 15. Juni 1809 rücken Kroaten unter Banus Giulaj an und beginnen Gefechte mit den Franzosen. Am 21. Juni 1809 ziehen die Franzosen ab, um Graz am 27. Juni 1809 durch die Generäle Broussier und Marmont neuerlich zu besetzen. Am 24. Juli 1809 wird durch den ungünstigen Waffenstillstand von Znaim vertraglich eine Abzug der österreichischen Besatzung der Festung am Schloßberg erzwungen. Im Friedensvertrag von Schönbrunn wird im Oktober die Schleifung der Festung vereinbart und am 15. November 1809 beginnen die Sprengungen. So blieb der Schloßberg bis zu seiner Schleifung uneingenommen. Die Grazer Bürger kaufen um 2987 Gulden und 11 Kreuzer (nach heutigem Wert ca. 87.000 Euro) den Uhrturm (das heutige Wahrzeichen) sowie den Glockenturm von der Zerstörung durch die französische Mineure frei. Am 4. Jänner 1810 ziehen schließlich die französischen Truppen ab und hinterlassen einen weitgehend demolierten Berg. Der bis dahin kahle Schloßberg wurde im Lauf des 19. Jahrhundert ebenso wie das Glacis vor den ehemaligen Stadtmauern in einen Park umgewandelt.

Bearbeiten Erste Republik

Am 12. November 1918 verkündete Ludwig Oberzaucher, Sozialdemokrat, vom Balkon des Schauspielhauses vor einer großen Menschenmenge am Freiheitsplatz die Proklamation der Republik. Im Mai 1919 gab es die erste Wahl zur Gemeindevertretung, bei der der Sozialdemokrat Vinzenz Muchitsch Bürgermeister wurde, und es bis zu seiner gewaltsamen Absetzung 1934 auch bleiben sollte.

Der Friedenvertrag von Saint-Germain-en-Laye, unterzeichnet am 10. September 1919, bestimmte, dass die Untersteiermark an den neu geschaffenen jugoslawischen Staat abgetrennt wurde, jedoch die von Jugoslawien ebenfalls beanspruchten Gebiete um Soboth und Radkersburg bei Österreich verblieben. Somit verlor die Steiermark ein Drittel ihres Gebiets. Dies war ein großer Schlag für Graz, denn es bedeutete, dass es nun endgültig von einer Binnenstadt eines Großstaates zur Grenzstadt eines Kleinstaates degradiert und von vielen wichtigen Versorgungsgebieten abgeschnitten wurde.

Zwischen 1931 und 1932 wurde das Grazer Krematorium nach Plänen des Architekten Erich Boltenstern [5] im Auftrag des Feuerbestattungsvereines „Die Flamme[6] als erstes in der Steiermark errichtet.

Bearbeiten „Volkserhebung“ in Graz

Bereits am 24. Februar 1938 waren Tausende Nationalsozialisten in Demonstrationszügen durch die Grazer Innenstadt gezogen, obwohl deren Partei im Austrofaschismus verboten war. Im Zuge des „Anschlusses“ übernahmen die lokalen Nationalsozialisten bereits vor dem Eintreffen der deutschen Truppen am Flughafen Thalerhof die Kontrolle in der Stadt und mit Einverständnis des Bürgermeisters die Straßen und das Rathaus mit Hakenkreuzfahnen zu beflaggen, was der Stadt die Bezeichnung als „Hochburg des Nationalsozialismus“ eintrug. Auch die Studenten der Grazer Universitäten beteiligten sich an den Aufmärschen und waren in großer Zahl Mitglieder von SA und SS. Sie begrüßten dann auch die Vereinigung mit dem Deutschen Reich und schlugen vor, dass die Hochschule in „Adolf-Hitler-Universität“ umbenannt werden sollte. Die Grazer Universitäten waren in ihrem Verständnis der südöstliche Vorposten der deutschen Wissenschaft, „Wegbereiter des Deutschtums“ und ein „Bollwerk gegen die Gefahr aus dem Osten“.

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Vertreter der anderen Parteien verhaftet, sowie etwa 2.400 Grazer, die gemäß den Nürnberger Gesetzen als Juden galten, verfolgt, ihres Eigentums beraubt, zur Emigration gezwungen oder nach Wien deportiert. Die Zeremonienhalle und die Synagoge wurden im November 1938 zerstört. Im März 1940 galt die Steiermark als „judenrein“. Anlässlich einer Feier am 25. Juli 1938, in der die steirischen Nationalsozialisten mit dem Motto „Und ihr habt doch gesiegt“ der Putschisten des Jahres 1934 gedachten, verlieh Hitler der Stadt den Titel „Stadt der Volkserhebung“.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich entstand Groß-Graz mit der Eingemeindung von Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang.

Bearbeiten Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Graz 16 % der Gebäude zerstört und 1788 Einwohner starben bei den Angriffen, die vor allem in den Jahren 1944/45 stattfanden. Die Altstadt blieb weitgehend von Bombenangriffen verschont, nur der Bereich Tummelplatz wurde schwer getroffen – darunter auch die Oper. Hauptziele der Angriffe waren der Hauptbahnhof sowie die großen Industrieanlagen im Westen und Süden der Stadt. Bedingt durch die hohe Zahl der Fehlabwürfe wurden die Gebiete um die Hauptziele schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der von Zwangsarbeitern in den Schloßberg gegrabenen weitläufigen Luftschutzstollen blieb die Zahl der Bombentoten, in Relation zur Schwere der Angriffe, gering. 1945 zogen sowjetische Truppen, später britische Truppen in Graz ein, die bis 1955 blieben.

Bearbeiten Zweite Republik

Der steirische herbst wurde 1968, die Styriarte 1985 das erste Mal ins Leben gerufen. Seitden finden diese für Graz kulturell bedeutenden Festivals jedes Jahr statt. Neue Brücken wurden erbaut und 1972 die erste Fußgängerzone eröffnet. Ende der 80er Jahre entwickelte sich Graz zu einem Tor nach Südost. 1988 wurde Puntigam zum eigenen Bezirk erhoben und die Stadt erhielt ihre heutige Größe von 17 Bezirken. 1993 wurde Graz von Greenpeace mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr richtete Graz nach dem Auftrag der Kulturminister der Europäischen Union den „Europäischen Kulturmonat“ aus.[7]

Bearbeiten Graz als Kulturhauptstadt

Ein Kunsttaxi

1999 wird die Grazer Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt. In der Verantwortung für die Generationen wurde Graz 2001 zur ersten Menschenrechtsstadt in Europa. 2002 wird die Stadt unter 140 Bewerbern mit dem Projekt „Ökodrive“ mit dem „Climate Star“ ausgezeichnet. Im Jahr 2003 wurde Graz Kulturhauptstadt Europas. Es war eines der größten Kulturprojekte, das es in Österreich je gegeben hat. Es wurde versucht, Graz mit all seinen Qualitäten in den Mittelpunkt der europäischen Aufmerksamkeit zu stellen. Über 100 Projekte und über 6000 Veranstaltungen aus allen Bereichen der Kultur wurden dem Publikum vorgestellt. Die Murinsel mit Amphitheater, Playground und Café wurde gebaut, das Kunsthaus wurde errichtet, ein eigenes Kunsttaxi geschaffen und eine ganze Reihe Ausstellungen eröffnet. Das übergeordnete Motto für die Veranstaltungen lautete: Graz darf alles! 2006 trat Graz der UNESCO Städtekoalition gegen Rassismus bei.[8]

Bearbeiten Politik

Wahrzeichen der Stadt: Der Grazer Uhrturm
Graz, vom Gipfel des Schöckl aus gesehen, im Jänner 2007. Deutlich zu erkennen ist der Grazer Schloßberg.

Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den üblichen Aufgaben einer Gemeinde auch die der Bezirksverwaltungsbehörde übernehmen. So finden auch die Grazer Gemeinderatswahlen nicht zusammen mit jenen der übrigen steirischen Gemeinden statt. Weiterhin ist Graz der Sitz des Steirischen Landtages (im Landhaus), der Steirischen Landesregierung und aller Landesbehörden, der Bezirksverwaltungbehörde Graz-Umgebung, der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer Steiermark, der Bundespolizeidirektion Graz, des Oberlandesgerichtes, der Sicherheitsdirektion, der Finanzlandesdirektion und des AMS.

Bearbeiten Gemeinderat

In den letzten Jahrzehnten wartete die Grazer Kommunalpolitik mit einigen Besonderheiten auf. Das in Graz traditionell politisch starke deutschnationale Lager, vertreten durch die FPÖ, bekam überdurchschnittlich viele Wählerstimmen und stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz den Bürgermeister der Stadt. Danach fiel die FPÖ auf wenige Mandate zurück. Zur gleichen Zeit war Graz die erste Großstadt in Österreich, in der die Grünen – als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einzogen (1983). Nachdem in der folgenden Periode die Mehrheitsverhältnisse nicht so eindeutig waren, haben sich die Zeit zwei Bürgermeister aufgeteilt, zuerst Franz Hasiba von der ÖVP und anschließend Alfred Stingl von der SPÖ, der anschließend das Amt bis 2003 bekleidete. In der nächsten Periode war die kommunalpolitische „Besonderheit“, dass die KPÖ mit über 20 % der Stimmen die drittstärkste politische Kraft in Graz wurde. Dies wurde vor allem dem sozialen Engagement des ehemaligen KPÖ-Spitzenkandidaten und Gemeinderates Ernest Kaltenegger zugeschrieben. Nachdem Kaltenegger für die KPÖ-Steiermark bei den Landtagswahlen 2005 antrat und in den Landtag einziehen konnte, verließ er den Grazer Gemeinderat.

Die letzten Gemeinderatswahlen fanden am 20. Jänner 2008 statt. Die ÖVP unter ihrem Spitzenkandidaten Siegfried Nagl konnte ihren ersten Platz verteidigen und den Vorsprung auf die politischen Mitbewerber sogar leicht ausbauen. Die Liste ÖVP-Bürgermeister Nagl ist seither fast doppelt so stark wie der nächste Verfolger. SPÖ und KPÖ erlitten schwere Verluste, die zumindest bei der KPÖ nach dem Abgang ihres Spitzenpolitikers Kaltenegger in die Landespolitik von einigen Beobachtern erwartet worden waren. Das schwache Abschneiden der SPÖ kam hingegen überraschend, ihr waren ca. 30% vorausgesagt worden. Die FPÖ konnte nach heftig umstrittenen Äußerungen ihrer Spitzenkandidatin bezüglich des Islam in Österreich ebenso wie das rechts der Mitte stehende BZÖ einen Erfolg verbuchen, größter Wahlsieger waren jedoch die Grünen, die ihren Stimmen- und Mandatsanteil verdoppeln konnten. Insgesamt kam es zu einer Mandats- und Mehrheitsverschiebung von Rot-Rot-Grün zu Schwarz-Blau-Orange.

Der Gemeinderat setzt sich seit Jänner 2008 wie folgt zusammen (nach den Gemeinderatswahlen vom 20. Jänner 2008, in Klammer die Änderung der Mandatsstände gegenüber 2003:

Anfang März einigten sich die Bürgermeisterpartei ÖVP unter Siegfried Nagl und die Grünen unter Lisa Rücker zu einer gemeinsamen Arbeitsübereinkommen. Am 13. März 2008 wurde die neue Regierung unter Schwarz-Grün angelobt. Erstmals konnte die zweitstärkste Partei, die SPÖ, den Vizebürgermeistersessel nicht erlangen und zum zweiten Mal gelang es einer Frau, aktuell Lisa Rücker (Grüne), diese Position einzunehmen. Aufgrund der Wahlordnung sind nunmehr fünf der sechs Gemeinderatsparteien in der Stadtregierung vertreten, einzige Partei ohne Stadtrat ist das BZÖ. Die Vertreterin Susanne Winter der FPÖ in der Stadtregierung wurde zwar gewählt, durfte aber zunächst ihre Funktion nicht ausüben. Dies ist inzwischen durch eine Statutenänderungen doch möglich geworden. Gegen sie läuft ein Strafverfahren wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Symbole, nachdem sie im Jänner 2008 den islamischen Religionsgründer Mohammed in ihrer Neujahrsansprache als „Kinderschänder im heutigen System“, der „den Koran in einem epileptischen Anfall geschrieben“ habe, bezeichnet hatte. Nach der Wahl stand sie wegen erhaltener Drohungen einige Zeit unter Polizeischutz. Nach der Nationalratswahl 2008 zog Susanne Winter in den Nationalrat nach Wien und wurde durch Mario Eustacchio als Grazer Stadtradt ersetzt. [9] Der Grazer KPÖ-Gemeinderat Herbert Wippel musste im Oktober 2008 wegen Verdachts auf Kinderpornografie zurücktreten.[10] Siehe auch: Liste der Grazer Bürgermeister

Bearbeiten Städtepartnerschaften

Graz unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Bearbeiten Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten Grazer Altstadt

Blick aus dem Kunsthaus auf das Weltkulturerbe: Links der Schloßberg, rechts die Altstadt mit der Franziskanerkirche
Schloßbergplatz und Kriegssteig
Arkadenhof im Landhaus
Glockenspielhaus am Glockenspielplatz

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und weil ihre geschichtliche Entwicklung im Altstadtbild ablesbar ist, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung bedeutet auch die Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem Bauensemble von der Gotik bis zum 21. Jahrhundert zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufügen.

Die meisten der Grazer Sehenswürdigkeiten sind in der Altstadt. Diese bedeckt die gesamte Innere Stadt, geht aber noch über die Bezirksgrenzen hinaus. Im Kern liegt der Schlossberg der zwischen ca. 1125 - 1809 eine Festung war. Da sie nie eingenommen wurde steht sie im Guinness-Buch der Rekorde als stärkste Festung aller Zeiten. Am Schlossberg sind noch einige Festungsanlagen und Bauwerke erhalten geblieben. Unter ihnen das Wahrzeichen von Graz, der Uhrturm von 1570. Am Fuße des Schlossberges liegt die Grazer Stadtkrone. Sie wird durch den gotischem Dom (Domkirche St. Ägidius), dem Mausoleum und Katharinenkirche aus dem 17. Jahrhundert, der alten Jesuiten Universität und der Grazer Burg gebildet. Besonders zu erwähnen ist das Landplagenbild am Dom. Die Grazer Burg ist eine ehemalige Habsburger Residenz mit der gotischen Doppelwendeltreppe von 1499. Am Hang des Schlossberges verläuft die Sporgasse, eine Einkaufs- und Cafestraße. In dieser Gasse finden sich auch einige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Palais Saurau, die Stiegenkirche, die Mittelalterliche Hofstättenanlagen und der Deutschordenshof. Ähnlich wie die Sporgasse ist die Sackstraße (Graz). Hier findet sich das Kaufhaus Kastner & Öhler, das Palais Attems, das Palais Herberstein in dem sich die Neue Galerie befindet, das Palais Khuenburg in dem sich das Stadtmuseum befindet und der Schlossbergplatz. Von diesem aus führt der „Kriegssteig“ auf den Schlossberg, weiterhin liegt hier auch ein Eingang in die Schlossbergstollen. Diese Stollen waren in den Weltkriegen als Bunker angelegt worden. Heute befinden sich in ihnen unter anderem die Veranstaltungshalle „Dom im Berg“ und die Märchengrottenbahn. Die Sporgasse sowie die Sackstraße beginnen am Hauptplatz. An diesem zentralen Ort der Stadt steht das Rathaus und der Erzherzog-Johann-Brunnen. Zwischen Hauptplatz und dem zweiten zentralen Platz, dem Jakominiplatz ist die Herrengasse, eine barocke Prunkstraße. Hier steht das Landhaus mit dem Renaissancearkadenhof, das Landeszeughaus mit der größten mittelalterlichen Waffensammlung der Welt, das „Gemaltes Haus“ und die Stadtpfarrkirche. Der Name der Glacisstraße erinnert noch an die einstige Stadtbefestigung von Graz. Die Stadtmauer lässt sich noch an manchen Stellen erkennen und es sind noch zwei Stadttore erhalten geblieben, das Burgtor und das Paulustor. Auf Teilen des ehemaligen Glacis wurden durch den Grazer Bürgermeister Moritz Ritter von Franck ein Park begründet, dieser große Park ist heute der Stadtpark. In der Nähe des Stadtparks ist die Grazer Oper, das zweitgrößte Opernhaus Österreichs das von dem Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer Ende des 19. Jahrhundert erbaut wurde. Direkt neben dem Opernhaus steht das Lichtschwert. Auch das Schauspielhaus, welches 1776 eröffnet wurde, befindet sich in der Altstadt. Die Franziskanerkirche, die zweitgrößte Kirche von Graz ist am Ufer der Mur zu finden. In direkter Nähe sind die modernen Gebäude Murinsel und das Kunsthaus. Weiterhin sind die Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität, der Technische Universität und der Universität für Musik und darstellende Kunst, sowie die Leechkirche, die älteste Kirche in Graz (1202), und das Landesmuseum Joanneum in der Altstadt. Unweit der Karl-Franzens-Universität befindet sich der Botanische Garten.

Bearbeiten Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt

Ruine Gösting

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Graz befindet sich nicht in der Grazer Altstadt sondern am westlichen Stadtrand: der Park des Schloss Eggenberg mit jährlich über 1 Million Besuchern. Es ist ein Englischer Landschaftsgarten, in dem Pfaue frei herumlaufen. Das Schloss ist die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. Seine Anfänge reichen bis ins Mittelalter zurück und es wurde ab 1625 im Auftrag Johann Ulrichs von Eggenberg (1568–1634) erweitert. Architekten waren wahrscheinlich Pietro de Pomis und Laurenz van der Sype. Unweit dieses Schlosses befinden sich die Burgruine Gösting. eine Burg im Norden der Stadt, die das Murtal nördlich von Graz kontrollierte. 1723 durch Blitzschlag zerstört und heute als Ruine ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das schlichte Barockschloss Gösting.

Auch eine Reihe wichtiger Kirchenbauten befinden sich außerhalb der Altstadt. Darunter die größte Kirche von Graz die Herz-Jesu-Kirche, die Kirche St. Leonhard und die Wallfahrtsorte Mariatrost und Mariagrün.

Die größte Jugendstilanlage Österreichs befindet sich im Osten der Stadt, das LKH-Universitätsklinikum Graz. In dessen Nähe findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjährig begehbare Klamm im Stadtgebiet.

Bearbeiten Kirchen und Synagogen

Basilika Mariatrost
Mausoleum Kaiser Ferdinands II.
Neu errichtete Synagoge

In Graz gibt es wie in den meisten Städten im katholisch geprägten Österreich eine Fülle an Kirchen. Die älteste Kirche von Graz ist die Leechkirche, deren Ursprünge in das Jahr 1202 zurückgehen. Sie liegt im Bezirk Geidorf nahe der Universität und wird inzwischen als Universitätskirche genutzt. Die höchste Kirche ist die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche. Sie ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste Gebäude von Graz. Im gleichem Bezirk befindet sich die 1361 erstmals urkundlich erwähnte Kirche St. Leonhard. Der Grazer Dom, das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste Sakralbauwerk in Graz, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Direkt neben dem Dom befindet sich das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., das eines der bedeutendsten Gebäude aus der Übergangszeit von Renaissance zu Barock in Österreich darstellt. Zusammen bilden die beiden Kirchen die so genannte Stadtkrone von Graz. Die Grazer Stadtpfarrkirche ist die einzige Kirche der Welt in der Hitler und Mussolini abgebildet sind, da sie von einem Künstler, dessen Werk im dritten Reich als entartet galt und der die zerstörten Fenster nach dem Zweiten Weltkrieg neu gestalten sollte, unter den Peinigern Jesu abgebildet wurden. In der Innenstadt hat sich auch seit dem 13. Jahrhunderts ein Franziskanerkloster erhalten. Im Stadtteil Mariatrost gibt es zwei Wallfahrtskirchen: die Basilika Mariatrost, von der der Stadtteil seinen Namen hat und die als wichtigste Barockkirche der Steiermark gilt, sowie die Mariagrüner Kirche.

Die größte evangelische Kirche in Graz ist die 1824 erbaute