|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
Bearbeiten Geografische LageWilmersdorf liegt auf der Hochfläche des Teltow im Südwesten des heutigen Berlins. Es grenzt im Norden an den Ortsteil Charlottenburg, im Westen an die Ortsteile Halensee und Schmargendorf, im Süden an den zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf gehörenden Ortsteil Steglitz und im Osten an die zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg gehörenden Ortsteile Friedenau (am Rheingauviertel) und Schöneberg. Bearbeiten GeschichteBearbeiten SiedlungsgeschichteDie Gründung erfolgte vermutlich nach 1220 im Zuge des Landesausbaus der jungen Mark Brandenburg, zu deren Stabilisierung die askanischen Markgrafen Siedler ins Land riefen. Ein Dorf der slawischen Vorbevölkerung hat hier sehr wahrscheinlich nicht bestanden. 1293 wurde Wilmerstorff erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedler aus Schwaben, Thüringen, Flandern und Westfalen lebten von der Landwirtschaft und vom Fischfang im Wilmersdorfer See, der zur eiszeitlichen Glazialen Rinne der Grunewaldseenkette gehörte und 1915 nach langen Verlandungsprozessen zugeschüttet wurde. Nach wechselnden Besitzverhältnissen wurde Wilmersdorf zum landesfürstlichen Dominalgut, während Schmargendorf der namensgebenden Familie Wilmersdorf zufiel. Ausgedehnte Schafzuchten standen lange im Mittelpunkt der Arbeit. Bearbeiten Millionenbauern in der GründerzeitMitte des 18. Jahrhunderts erwarben die ersten Berliner der rasant wachsenden Stadt Land und Bauernhäuser in „Deutsch-Wilmersdorf“ und richteten sich Sommersitze in der Wilhelmsaue ein, dem ursprünglichen Dorfkern, der heute zwischen Mehlitz- und Blissestraße liegt. Bodenspekulanten, Bauinvestoren sowie die auf Raum angewiesene Berliner Ringbahn kauften Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedenen Großbauern ihre Felder ab, die dank des unerwarteten Geldsegens als Millionenbauern, u. a. auch die Familien Gieseler und Mehlitz, in die Geschichte eingingen. Darunter auch Otto Schramm, der mit der Badeanstalt am Wilmersdorfer See (siehe dort) und dem berühmten Tanzpalast Schramm den Ruf als Seebad Wilmersdorf begründete. Mit der Zuschüttung des Sees endete diese Ära, auf dem Seegelände entstanden Sportplätze, die in den 1920er-Jahren in den Grünzug Volkspark Wilmersdorf einbezogen wurden. Dieser innerstädtische Grünzug in der ehemals sumpfigen Niederung (Fenn) reicht vom benachbarten Schöneberger Rudolph-Wilde-Park über den Fennsee bis zum Stadtring. Auf dem Gelände der Badeanstalt wurde zwischen 1925 und 1928 nach Plänen des Architekten Jürgen Bachmann (1872–1951) der sogenannte Schrammblock erbaut. Die Wohnanlage mit einer der ersten unterirdischen Großgaragen, mit Hofterrassen und Vorgärten füllt das gesamte Viereck zwischen den Straßen Am Volkspark, Schrammstraße, Hildegardstraße und Livländische Straße in einem Gebäudezug.
Ehemaliges Bezirkswappen Wilmersdorfs
Bearbeiten Historischer Kern: WilhelmsaueEine weitere Millionenbauernfamilie, die Familie Blisse (Namensgeber der Blissestraße), ermöglichte 1911 mit einer Stiftung über drei Millionen Goldmark den Bau eines Waisenhauses, das „Blissestift“ in der Wilhelmsaue. In dem historischen Gebäude sind heute verschiedene kommunale Einrichtungen, unter anderem eine Kita und die Drogenhilfe „Tannenhof“, untergebracht. Gleichfalls in der Wilhelmsaue liegt die Auenkirche aus den Jahren 1895 bis 1897. Das neugotische dreischiffige Backsteingebäude mit dem farbigen Christusmosaik über dem Eingangsportal stammt von Max Spitta und ersetzte die alte Wilmersdorfer Dorfkirche aus dem Jahr 1772, deren Vorgängerin dem Brand von 1766 zum Opfer fiel. In der Wilhelmsaue 126 liegt das älteste Haus von Wilmersdorf, das Schoeler-Schlösschen von 1752, das – wie der anschließende kleine Schoelerpark – den Namen seines letzten Bewohners, des Augenarztes und Medizinalrats Heinrich Schoeler (1844–1918) trägt. Bearbeiten Als Stadtteil zu BerlinIm 19. Jahrhundert bürgerte sich für das Dorf die Bezeichnung Deutsch Wilmersdorf zur Unterscheidung von Wendisch Wilmersdorf ein. Zum 1. April 1906 erhielt die Gemeinde Stadtrecht und den offiziellen Namen „Deutsch-Wilmersdorf“. Mit dem 1. April 1907 schied Deutsch-Wilmersdorf aus dem Kreis Teltow aus und wurde ein selbstständiger Stadtkreis. Der erste und einzige Bürgermeister und nach 1909 auch Oberbürgermeister war Ernst Habermann (1866–1958), der seit 1897 bereits das Amt des Gemeindevorstehers innegehabt hatte und später der Namensgeber des Habermannplatzes wurde. Ab 1912 führte die Stadt die Bezeichnung Berlin-Wilmersdorf. Zum 1. Oktober 1920 wurde die Großstadt nach Groß-Berlin eingemeindet, sie hatte damals bereits 139.468 Einwohner. Der Bezirk hatte in der Zeit der Weimarer Republik einen starken jüdischen Bevölkerungsanteil, 1933 betrug er 13,5 %. Bei den Gymnasialschülern waren 30 % jüdischen Glaubens, es gab fünf jüdische Privatschulen. Viele bekannte Künstler und Schriftsteller wohnten in Wilmersdorf, unter anderen George Grosz, Egon Erwin Kisch, Heinrich Mann, Anna Seghers und Arnold Zweig. An den 1922 in der Koenigsallee in Grunewald von Rechtsradikalen ermordeten Reichsaußenminister Walter Rathenau erinnert dort ein Gedenkstein. Die jüdische Gemeinde hielt ihre Gottesdienste zunächst in Privatsynagogen ab, 1929 wurde in der Prinzregentenstraße eine große Gemeindesynagoge errichtet, die für 2300 Besucher Platz bot. Das Gebäude wurde in der sogenannten „Reichspogromnacht“ vom 9. zum 10. November 1938 von SA-Trupps teilweise zerstört, die Reste des Gebäudes wurden 1958 abgetragen. An den heute hier befindlichen Wohnhäusern erinnert eine Gedenktafel an die Wilmersdorfer Synagoge. Der Bezirk Wilmersdorf ließ 1991 am Bahnhof Grunewald von Karol Broniatowski ein Mahnmal schaffen, das an die Berliner Juden erinnert, die von hier ab 1941 mit Zügen der Reichsbahn deportiert wurden. Bearbeiten VerkehrBearbeiten Schienenverkehr
Kathedralenähnlicher U-Bahnhof Heidelberger Platz
In Wilmersdorf liegen die U-Bahnhöfe der Linie U9
sowie die U-Bahnhöfe der Linie U3
Die U7 kreuzt die Trassen der U3 und U9 und hält in Wilmersdorf an folgenden U-Bahnhöfen: Die S-Bahnzüge der Ringbahn-Linien S41, S42 und S46 halten an folgenden Wilmersdorfer Bahnhöfen:
Während der S-Bahnhof Berlin-Wilmersdorf seit dem Tag der Wiedereröffnung der südlichen Ringbahn am 17. Dezember 1993 wie der darunterliegende U-Bahnhof der U9 nunmehr auch Bundesplatz heißt, wurde der an der Ortsteilgrenze zu Friedenau zwischen den S-Bahnhöfen Innsbrucker Platz und Bundesplatz gelegene Güterbahnhof Berlin-Wilmersdorf in den 1970er-Jahren aufgegeben. Bearbeiten IndividualverkehrDie verkehrsreichste Verbindung durch Wilmersdorf ist ein Teilstück der Stadtautobahn 100, das zwischen den Anschlussstellen 12 – Kurfürstendamm und 17 – Innsbrucker Platz verläuft. An der Anschlussstelle 14 – Schmargendorf (vormals Autobahnkreuz Wilmersdorf) führt die ehemalige Stadtautobahn 104 in Richtung Süden nach Steglitz. Sie ist auf einem Teilstück ein Zubringer der BAB 100 und an der Schlangenbader Straße mit Wohnhäusern überbaut. Weitere wichtige Verkehrsadern in Wilmersdorf sind
Bearbeiten Bauwerke
Bearbeiten Sakralgebäude
Bearbeiten Weitere Sehenswürdigkeiten
Bearbeiten Schulen
Bearbeiten Straßen und Plätze in Wilmersdorf
Bearbeiten Siehe auchAusführliche Beiträge zu Wilmersdorf:
Bearbeiten Literatur
Bearbeiten WeblinksCharlottenburg | Charlottenburg-Nord | Grunewald | Halensee | Schmargendorf | Westend | Wilmersdorf |
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| All Right Reserved © 2007, Designed by Stylish Blog. |